Wanzleben l Für den einen an Bedeutung verloren, für den anderen immer noch zu bedeutend, hat das Teilstück der Bundesstraße (B) 180 im zurückliegenden Jahr für viel Wirbel gesorgt. Ausschlaggebend war dabei der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 81 bei Egeln, den das Land beabsichtigte. Im Landesbauministerium wurde vermutet, dass es dabei zu einer Verlagerung der Verkehrsströme komme und somit der Abschnitt der B 180 zwischen dem Knoten der B 246 und dem Knoten B 81 an Bedeutung verliere.

Stadt wehrte sich

Schon Ende des vergangenen Jahres wehrte sich die Stadt Wanzleben-Börde gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Egelner Mulde in einer Stellungnahme, die an den Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) adressiert war, gegen die Übernahme als Gemeindestraße. Der Bürgermeister der Stadt Wanzleben-Börde, Thomas Kluge (parteilos), befürchtete damals: „Da rollt eine Kostenlawine auf uns zu, wenn die Bundesstraße 180 zur Kommunalstraße abgestuft wird und wir als Stadt dann der Baulastträger und damit für den Unterhalt der Straße verantwortlich sind.“ Gefordert war ein Vergleich des Vorher und des Nachher bezüglich der Verkehrsbedeutung, die von Verkehrsbeziehungen und -dichte bestimmt wird. Nach Information des Landesministeriums für Landesentwicklung und Verkehr damals hätte das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der B 81 ergeben, dass sich die überörtliche Bedeutung der B 180 verringern werde.

Landkreis springt in die Bresche

Nachdem sich das Land zurückgezogen hatte, sprang der Landkreis im Sommer dieses Jahres in die Bresche. Grundlage dafür ist ein Kreistagsbeschluss, mit dem die Abgeordneten die Übernahme des 7309 Meter langen Teilstücks zwischen dem Knoten der B 246 in Wanzleben und der Kreisgrenze zum Salzlandkreis zustimmten. Doch hier hatte das Landesverwaltungsamt ein Wörtchen mitzureden. Das ist nun passiert, so dass Danny Schonscheck als Wirtschaftsamtsleiter der Kreisverwaltung auf Nachfrage der Volksstimme bestätigte, dass die Übernahme des Streckenabschnittes von der Kommune durch den Landkreis zum 1. Februar 2020 erfolgt. „Der Salzlandkreis hat gemeinsam mit dem Landkreis Börde gemeinsam ein Konzept erstellt, dem das Landesverwaltungsamt zugestimmt hat“, erklärte er. Damit ist auch die Unterhaltung der Straße gesichert, die besonders Thomas Kluge große Bauchschmerzen bereitet hätte, wäre der Streckenabschnitt eine Gemeindestraße geblieben. „Allein hätten wir den Unterhalt der Straße bis hin zum Winterdienst finanziell nicht leisten können.“

Bei Schnee und Eis schon bereit

Sollten Schnee und Eis bis zum 1. Februar den Einsatz des Winterdienstes erforderlich machen, springt der Landkreis bereits ein. „Wir haben vereinbart, dass der Landkreis schon jetzt die Bewirtschaftung seiner zukünftigen Straße absichert“, so Kluge.