Wefensleben l Auf „müsste dann wieder frei sein …“ oder „wenn nichts Schwerwiegendes dazwischenkommt …“ lauten die vorsichtigen Formulierungen der zuständigen Stellen in Bezug auf die avisierte Freigabe der seit Mai baubedingt blockierten Landesstraße. Offenbar hat die Reihe an Verzögerungen und Baupausen auch den Projektverantwortlichen zu viel Nerven und Optimismus geraubt, als dass sie sich jetzt nicht in Konjunktiven und Konditionalen üben wollten. Beobachter und Betroffene in Wefensleben haben sich in der langwierigen Angelegenheit längst schon auf Zynismus eingeschossen.

„Nur auf eines konnte man sich hier ja verlassen – dass die Baustelle verlassen war“, frotzelt ein Passant. Eine Anspielung auf die teils wochenlangen Unterbrechungen, während der das gut 150 Meter lange Stück Straße zwischen den Abzweigen Bahnhofstraße und Dorfstraße versperrt und verwaist war. „Hat ja schon Berliner-Flughafen-Ausmaße angenommen“, schüttelt ein anderer den Kopf.

Ständig wieder verschoben

Zur Erinnerung: Das Bauvorhaben L 40, Ortsdurchfahrt Wefensleben, sollte ursprünglich nur sechs Wochen in Anspruch nehmen und bereits Ende Juni beendet sein. Davon war man im Juli noch weit entfernt. Es taten sich an den Durchlässen und Wasserleitungen unvorhergesehene Problemfelder auf, zusätzliche Auftragsvergaben waren erforderlich, woraufhin es hieß: „Voraussichtliche Fertigstellung der Gesamtmaßnahme am 28. September.“ Wieder nichts. Mitte November sickerte durch, dass die Freigabe wohl doch erst in der ersten oder zweiten Dezemberwoche erfolgen kann. Letzteres scheint nun auch tatsächlich der Fall zu sein, nachdem schon die Befürchtung aufkam, die Sperrung werde doch über den Jahreswechsel hinaus aufrechterhalten.

Derlei Irritation habe wohl hervorgerufen, dass die Bauleute vor wenigen Tagen damit begonnen hatten, die Sperrbaken in der aufgetragenen Asphaltschicht zu verschrauben, mutmaßt Bürgermeisterin Ulla Krolop. „Das war nach meiner Kenntnis aber nur eine Vorsichtsmaßnahme“, beschwichtigt sie, „weil die Straßendecke noch nicht komplett aufgebracht war und dennoch einige Verkehrsteilnehmer trotz Absperrung schon durch die Baustelle gefahren sind.“

Hoffnung auf "Freie Fahrt"

Mittlerweile ist die letzte Deckschicht fest und trocken. Bürgermeisterin und Bauleitung haben der Volksstimme auf Anfrage mitgeteilt, dass für den 14. Dezember die Freigabe vorgesehen ist. Die zuständige Landesstraßenbaubehörde bestätigte: „Es handelt sich um die verkehrsbehördliche Abnahme der Straße. Verläuft diese ohne größere Beanstandungen, wird die Straße nach Beräumung der Baustelle freigegeben und auch nicht wieder gesperrt.“

Nach Volksstimme-Informationen ist die Begehung für 8 Uhr angesetzt. Laut der Bauleitung vor Ort sei damit zu rechnen, dass es gegen Mittag endlich wieder heißt: „Freie Fahrt!“