Wirtschaftshof ist mit Vorbereitungen für den Winterdienst fertig

Vorräte reichen für fünf bis sechs Einsätze

Von Christina Bendigs

Der Wirtschaftshof ist auf den Winter vorbereitet. Die Silos und Lager sind mit Streumitteln gefüllt, viele Fahrzeuge bereits für Winterdienst umgerüstet. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird die Winterdienstbereitschaft ausgelöst.

Salzwedel l Wenn die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen und die Straßen mit einer Schneeschicht bedecken, wenn Eis, Wege und Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt, dann haben Winterdienste Hochkonjunktur. Der Salzwedeler Wirtschaftshof hat sich bereits vorbereitet und Fahrzeuge für den Winter umgerüstet, Silos mit Salz und Mineralgemisch gefüllt.

"Die Vorbereitungen beginnen Mitte Oktober", berichtete der Chef des Wirtschaftshofes, Wulf Ohlmeyer. Wenn die anfallenden Arbeiten im Grünbereich nachlassen, richtet der Wirtschaftshof die Fahrzeuge nach und nach für den Winter um, Streumittel wird bestellt, der Streuplan geschrieben.

Lagerräume sind bereits prall gefüllt

Und wenn es dann zum ersten Einsatz kommt, ist im Wirtschaftshof schon ein wenig Aufregung zu spüren. "Jeder weiß, dass es kommt, aber es ist doch mit einem Mal eine ganz andere Arbeit", sagte Ohlmeyer. Denn die Mitarbeiter müssen auf den Verkehr achten und gleichzeitig ihren Job erledigen, begründete er. Die Aufregung verfliegt jedoch, sobald die Mitarbeiter ihren ersten Einsatz begonnen haben.

75 Tonnen Salz, 50 Tonnen Mineralgemisch und 50 Tonnen Salz-Sand-Gemisch stehen bereit, damit die Straßen im Stadtgebiet passierbar bleiben. Diese Menge reicht für etwa fünf bis sechs Einsätze, berichtete Wulf Ohlmeyer. Eine Reserve, um eventuelle Lieferschwierigkeiten zu überbrücken, sei auch angelegt. Denn das, berichtete Wulf Ohlmeyer, sei in den vergangenen beiden Wintern das Hauptproblem gewesen. Doch der Wirtschaftshof hofft, dass es die in diesem Jahr nicht geben wird.

Wieviel Streumittel für den Winterdienst eingelagert wird, hinge zum einen von der Lagerkapazität ab, sei zum anderen aber auch an die Zweckmäßigkeit gebunden. In den beiden vergangenen Jahren hatte der Winterdienst etwa 35 bis 40 Einsätze, erzählte Ohlmeyer. Aber für so viele Einsätze Material vorzuhalten, das am Ende vielleicht nicht benötigt wird, sei nicht sinnvoll.

Geräumt werden hauptsächlich Gefahrenbereiche - Kreuzungen, Einmündungen, abschüssige Straßen. In Salzwedel sind dafür neun Fahrzeuge vorgesehen, die pro Schicht von zwölf Mitarbeitern bedient werden. Das Schichtsystem ist neu.

Wenn mit Winterwetter zu rechnen ist, wird neben der Rufbereitschaft auch der sogenannte Winterdienstchefdienst eingerichtet. Seine Aufgabe: Morgens um 4 Uhr die Witterung prüfen. Ein Blick aus dem Fenster genügt dafür nicht. Ohlmeyer: "Da muss man schon rausfahren und sich das vor Ort anschauen." Brücken und gepflasterte Bereiche können stärkere Gefahren bergen als asphaltierte Straßen, nannte er Beispiele. Wird Bedarf festgestellt, folgt die "Winterdienst-Alarmierung".

Gegen Blitzeis helfen nur Schippe und Eimer

Die Ortsteile Brietz, Dambeck und Mahlsdorf sind fest in den Winterdienstplan der Stadt integriert. Für alle anderen Ortsteile sind zumeist externe Firmen beauftragt, die den Winterdienst absichern.

Und welche Witterung ist für den Winterdienst die schwierigste? "Blitzeis", antwortete Wulf Ohlmeyer auf diese Frage, denn bei dieser Witterung seien die Mitarbeiter manuell, also mit Schippe und Eimer, im Einsatz. Wulf Ohlmeyer bittet um gegenseitige Rücksichtnahme. "Jeder hat auch selbst noch eine Verantwortung", erinnerte er, und die Räumfahrzeuge müssten nun einmal langsam fahren, seien noch mitten beim Räumen, wenn der Berufsverkehr beginnt.

Verantwortung tragen aber nicht nur Autofahrer, sondern auch Anlieger, die Gehwege vom Schnee freihalten sollten. Die Pflichten der Anlieger werden in der Straßenreinigungssatzung geregelt (siehe Infokasten), sagte Stadtmitarbeiterin Petra Schulze als Sachbearbeiterin für Straßenunterhaltung. Auch in den Ortsteilen seien die Anlieger dafür verantwortlich, Gehwege zu räumen. Das Ordnungsamt werde stichprobenweise prüfen, ob die Einwohner ihre Pflicht erfüllen.

Mehr Geld als in den Vorjahren sei nach den schneereicheren Wintern der zwei vergangenen Jahre im Haushalt nicht eingeplant worden. "Wir haben da immer einen festen Satz", berichtete sie. Gegebenenfalls wird nachgebessert, der Mehraufwand durch Einsparungen in anderen Bereichen kompensiert. Ihre Hoffnung ist, dass der Winter nicht so schneereich wird.

Wulf Ohlmeyer berichtete, dass der ruhende Verkehr in der Stadt inzwischen sehr hoch ist. Zugeschobene Parktaschen können da leicht zum Ärgernis für Anwohner werden. Ob Schneeberge weggeräumt werden, müsse "von Fall zu Fall und spontan" entschieden werden, sagte Petra Schulze.