Sülldorf l Oft sind es über 20 Teilnehmer die Naturfreund Bernd Jende bei seinen Vogelstimmenwanderungen begrüßen kann. Er bietet diese besondere Art der Streifzüge im Sülzetal in allen Orten der Gemeinde an – „immer dort, wo es gerade passt“. Die jüngste Vogelstimmenwanderungen gab es nun in Sülldorf.

Startpunkt in Sülldorf war die Festhalle. Von hier ging es durch die Salzwiesen und wieder zurück. Auch hier hatte Jende sein Angebot zusammen mit dem Heimatverein organisiert. „Zwischen einer und eineinhalb Stunden sollten die Teilnehmer immer mit bringen, wenn sie mit mir durch die Natur des Sülzetals streifen“, erklärt der Naturfreund.

Schon als Kind habe er sich für die Natur und die Vögel in ihr interessiert, erzählt Jende. Irgendwann habe er dann den Reiz gespürt, diese Begeisterung mit anderen zu teilen. So sei bereits vor 15 Jahren die Idee entstanden, gemeinsam mit anderen Naturfreunden auf Vogelstimmenerkundung zu gehen.

Gleich an der Festhalle machte Jende seine Gäste dann auch sofort auf die wichtigste seiner Regel aufmerksam, wenn man mit ihm unterwegs ist: „Ruhe!“ Die Tierwelt, gerade auch die Vogelwelt, brauche keine zusätzlichen Störungen über die bereits existierenden hinaus. Immer wenn es etwas zu hören gebe, würde er dazu die nötigen Informationen und Hintergründe liefern.

Viele Vögel sind zu hören

In Sülldorf auf dem Parkplatz vor der Festhalle listete Jende auch gleich kurz auf, welche Vögel möglicherweise bei diesem Termin zu hören sein werden: Zaun-, Garten und Dorngrasmücke, Kohlmeise, Stieglitz, Grünfink und Flußregenpfeifer – all das sei möglich.

Die Gegend der Salzwiesen sei ein ganz eigens Biotop, begründete Andreas Kobel aus Altenweddingen seine Teilnahme an dieser Wanderungen Jendes. Er habe so was schon öfters mitgemacht und sei nun gespannt, welche Vogelarten in Sülldorf und Umgebung wohl zu hören sein werden.

Auch die Vorsitzende des Sülldorfer Kultur- und Heimatvereinsvorsitzende, Susanne Gruetz, ließ sich diese Art der sachkundigen Führung durch die Sülldorfer Salzwiesen vor der eigenen Haustür nicht entgehen. „Die Natur an sich ist immer schon interessant. Heute habe ich die Möglichkeit, etwas dazu zu lernen.“

Ihre Mutter, Kerstin Gruetz, war schon zwei mal bei Jendes Vogelstimmenwanderungen dabei. „Das ist immer wieder schön, gemeinsam die Natur zu erkunden. Ich kenne schon einige der Vogelarten, und wie sie klingen. Aber da kommen heute, hier sicherlich noch einige dazu. Es ist einfach interessant, dort so was zu machen, wo man auch wohnt.“

Oma und Enkelin

Mit ihrer 8-jährigen Enkelin Sara aus Osterweddingen war Silke Schalkowski aus Dodendorf an die Festhalle gekommen. Sie habe in der Volksstimme von diesem Angebot gelesen und ihrer Enkelin vorgeschlagen, mitzugehen. „So entspannt die Natur kennen zu lernen, ist toll.“ In der Schule hätten sie die Vogelarten auch schon durchgenommen, verriet Sara. Nun hoffe sie, dass noch mehr dazu kommen.

In der Gemeinde Sülzetal gebe es 60 Brutvogelpaare, klärte Jende unterdessen seine Begleiter auf, als sie durch die Salzwiesen streiften. Schön klingen würden vor allem die Singvögel, weil sie richtige Stimmbänder hätten, die sie zum Schwingen bringen. „Vielleicht hören wir heute sogar ein Sommergoldhörnchen – das kann ich dann aber nicht nachmachen“, scherzte Bernd Jende, nachdem er gleich zu Anfang einmal mehr um Ruhe bat, denn er hatte den typischen Klang eines Stars ausgemacht.

Aus seinem schlauen Nachschlagetaschenbuch, das er bei allen Vogelrufen zu Rate zog, hatte Jende dann auch immer wieder die ein oder andere Information in Bezug auf Brutverhalten, Nestformen und Bewuchsarten, auf Balz, Warn- und Lockrufe parat.

Jende: „Bei aller Begeisterung für die Natur fordere ich meine Gäste aber immer wieder dazu auf, still zu sein: Hier draußen müssen wir uns nach den Vögeln richten!“