Fundbüro

Wanzleben: Von Geldbörse über Handys bis zu Fahrrädern wird alle gefunden

Finderlohn kann es auch geben, wenn sich der Besitzer der Fundsache meldet. Dieser ist gesetzlich geregelt.

Von Christian Besecke
Das Fundbüro der Einheitsgemeinde Wanzleben wird derzeit von Diana Sc halow, Mitarbeiterin des Ordnungsamtes betreut. Hier landen die verschiendensten Dinge. Fotos: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben. Auch in Wanzleben gibt es ein Fundbüro. Glaubt man den Einträgen in einige Facebookgruppen, dann wissen das aber etliche Einwohner nicht. Dabei gibt es diesen Service schon seit etlichen Jahren. In dieser Zeit hat sich herauskristallisiert, dass meist herrenlose Fahrräder, Schlüssel, Handys. Werkzeuge sowie Geldbörsen aufgefunden werden. „Eine Nachfrage nach verlorenen Gegenständen lohnt sich auf jeden Fall“, versichert Diana Schalow vom Ordnungsamt. „Diese kann unter der Telefonnummer 039209/44754 erfolgen.“ Abgegeben werden können Fundstücke beim Ordnungsamt der Stadt.

Ein Finderlohn ist gesetzlich geregelt

Im Idealfall ist der Ablauf wie folgt: Der Finder sucht mit der Fundsache das Fundbüro auf. Das kann im Augenblick über eine telefonische Termin-Vereinbarung geschehen. „Es werden Daten schriftlich aufgenommen, die den Namen, die Anschrift des Finders und darüber informieren, wann und wo das jeweilige Stück aufgefunden wurde“, sagt die Mitarbeiterin. Wichtig ist außerdem, ob der Finder nach Ablauf von sechs Monaten Anspruch an die Sache erwerben möchte. Im Normalfall meldet sich der Finder nach Ablauf dieser Frist und kann die Fundsache, wenn sie noch vorhanden ist, in Empfang nehmen. „Der Finder kann auch schriftlich darüber informiert werden, dass die Frist vorüber ist und sein Anspruch nun gilt“, erklärt Diana Schalow.

Finderlohn kann es auch geben, wenn der Besitzer der Fundsache sich meldet. Der ist gesetzlich geregelt. „Diesen kann man verlangen, wenn eine verlorenen Sache dem Eigentümer herausgegeben wird, sofern die gesetzlichen Pflichten als Finder erfüllt wurden“, sagt die Mitarbeiterin. „Die Höhe des Finderlohnes richtet sich nach dem Wert der Fundsache. Bis 500 Euro gelten 5 Prozent, darüber sind es 25 Euro plus 3 Prozent von dem über 500 Euro hinausgehenden Wert.“

Tritt das alles nicht ein, kommt es zu einer Versteigerung. Die erfolgt über die Bekanntmachung des Termins und den Ort. Das geschieht im Amtsblatt, in der Volksstimme, auf der Internetseite und in Schaukästen. „Die Fundstücke werden im Vorfeld katalogisiert und zu Beginn der Versteigerung können beispielsweise die Fahrräder von den möglichen Erwerbern in Augenschein genommen werden. Der Höchstbietende bekommt den Zuschlag.

Damenhut geht an die ehrliche Finderin

So eine Versteigerung hat letztmals am 26. Februar 2019 stattgefunden. Bei diesem Termin kamen Fundstücke vom Kinderfahrrad, Erwachsenenrad, Sportrad bis hin zum E-Bike unter den Hammer. Wahrscheinlich gibt es im Herbst dieses Jahres wieder eine solche Versteigerung, denn es hat sich einiges angesammelt. Zuletzt waren das im Jahresverlauf 30 aufgefundene Gegenstände.

Darunter sind h auch kuriose Dinge. So wurde schon einmal eine Brechstange abgegeben. Es ist allerdings nicht überliefert, ob diese auch von ihren einstigen Besitzer jemals vermisst worden ist. Die Finderin eines Damenhuts konnte sich diesen nach Ablauf der Sechs-Monats-Frist auch abholen. Auch Bargeld wurde schon einmal von einen Hobby-Leichtathleten entdeckt und abgegeben.

Fahrräder gehören zu den prominentesten Fundstücken. Werden sie nicht von ihren Besitzern abgeholt, gibt es in bestimmten Zeiträumen Versteigerungen.