Wanzleber Leser beklagt Sitzungsplan des Stadträte

Wanzleber Stadtrat wird seine Sitzungs-"Rundreise" fortsetzen

Die Stadtratssitzungen sollen auch vorerst weiter in den anderen Orten der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde stattfinden. Das sagte Bürgermeisterin Petra Hort auf Volksstimme-Nachfrage. Ein Wanzleber Leser hatte gefordert, die Sitzungen wieder am Verwaltungssitz direkt in der Sarrestadt abzuhalten.

Stadt Wanzleben – Börde. Karl-Heinz Schöniger aus Wanzleben bemängelte am Lesertelefon, dass seit längerer Zeit keine Stadtratssitzung mehr am eigentlichen Verwaltungssitz in Wanzleben abgehalten wurde. "Dabei hat die Sarrestadt doch ein Kulturhaus, wo die Stadträte tagen könnten", sagte er.

Rückblick: Der ursprünglich gewählte Tagungsort, der Wanzleber Rathauskeller, war für die Sitzungen zu klein geworden, da für die damals noch 28 Stadtratsmitglieder plus Amtsleiter und interessierte Bürger nicht genügend Platz im Ratskeller war. Der Rats-Auszug aus dem Kellergewölbe war nötig geworden, weil die Luft mit erhöhter Personenzahl nicht die beste und die Akustik mehr als schlecht war. Räte und Bürger hatten bereits in der ersten Sitzung des neuen Stadtrates die Enge des Kellergewölbes thematisiert und eine Lösung für einen neuen Tagungsort gefordert.

"Aber deshalb seither auf Rundreise durch die Ortschaften zu gehen, finde ich nicht gut", sagte Schöniger. Bisher hatten die Stadträte außerhalb des Verwaltungssitzes bereits zweimal in Seehausen, einmal in Domersleben und jüngst in Klein Wanzleben getagt. "Dass die Räte im laufenden Jahr auch mal auswärts tagen, ist ja kein Problem, aber in der ganzen Zeit nicht mal im Wechsel in Wanzleben zu einer Stadtratssitzung einzuladen, finde ich nicht gut", sagte der Sarrestädter.

Bürgermeisterin Petra Hort kündigte auf Nachfrage an, dass auch die nächsten Tagungen außerhalb Wanzlebens stattfinden würden, denn das Prinzip sei bewusst so von den Räten gewählt worden.

"Wir haben uns für den Weg durch die Orte deshalb entschieden, damit die Räte im Zuge der Gebietsreform die verschiedenen Ortschaften besser kennenlernen können", sagt sie. So sei vor jeder Sitzung eine Begehung des jeweiligen Ortes geplant.

Schöniger kritisierte zudem auch, dass zur jüngsten Stadtratssitzung in die Räumlichkeiten eines privaten Unternehmens, der Nordzucker AG, eingeladen worden war. Diesen Sitzungssaal als Veranstaltungsort zu wählen, sei nach den Angaben von Petra Hort von den Klein Wanzleber Räten auf Anfrage der Verwaltung vorgeschlagen worden. "Die Räte bekamen zudem vorab vom Werksleiter Udo Harten noch eine kleine Führung durch das Werk", sagte Bürgermeisterin Petra Hort.

Vorerst sei jedenfall keine Stadtratssitzung in Wanzleben angedacht, was auch logisch erscheint, da die Einheitsgemeinde aus zehn Ortschaften (ehemalige Gemeinden) besteht.

Mindestens sechsmal müssten die Räte demnach dann noch außerhalb tagen, bis Wanzleben wieder an der Reihe ist. Da die Sitzungen in der Regel einmal im Monat stattfinden, dürfte die "Rundreise" dann erst zur Sommerpause beendet sein. Wo die nächste Stadtratssitzung am 3. Februar stattfinden wird, ist nach Angaben von Bürgermeisterin Petra Hort noch offen.