Dreileben l Frische Gewürze und ein Hauch von Knoblauch lagen Freitagabend im Gemeindehaus „St. Jacobi“ in der Luft. Anlässlich des Weltgebetstages hatten hier die Frauen landestypische Gerichte aus Surinam zubereitet, das in diesem Jahr Gastgeberland des Weltgebetstages war.

Doch wo liegt eigentlich Surinam? Das fragte sich Freitagabend auch in Dreileben der Großteil der Besucher. Die Lösung war schnell mit Beginn eines kleinen Vortrages gefunden: Surinam ist das kleinste Land Südamerikas, das sich im Nordosten des Kontinentes befindet und etwa halb so groß wie Deutschland ist. Leben in Deutschland um die 80 Millionen Menschen, seien es in Surinam gerade einmal rund 550.000 Einwohner. Der Regenwald macht über 90 Prozent der Fläche aus - unberührt im Landesinneren und nur an den großen Flussläufen von den Menschen erschlossen. 1000 verschiedene Baumarten wachsen hier - im deutschen Wald sind es 30. Heute ist das Land eine parlamentarische Demokratie, in der Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt sind.

Landestypische Gerichte probiert

Die Wirtschaft des Landes ist abhängig vom Export der Rohstoffe Gold und Öl. Raubbau an der Natur werde betrieben. In Folge des Abbaus der Rohstoffe werde häufig auch das Wasser verunreinigt, zum Beispiel durch giftiges Quecksilber. Auch darauf wiesen die Dreileberinnen Christel Troch, Andrea Lohse, Bettina Wirauski, Judith Schröder, Thora Masuhr und Dorothea Weber hin, die die Besucher auf eine gedankliche Reise in das südamerikanische Land eingeladen und mitgenommen hatten.

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„Der Weltgebetstag ist eine große weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Jedes Jahr lassen wir uns begeistern von den Stärken der beteiligten Frauen, nehmen Anteil an ihren Sorgen und finden Ermutigung im Glauben. Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Frauen selbstbestimmt leben können. Auf dem Weg dorthin brauchen wir Zeichen gelebter Solidarität. Ein Zeichen ist unsere Kollekte, mit der wir weltweite Projekte unterstützen, die Frauen und Mädchen stärken“, erklärte Christel Troch vom Gemeindekirchenrat. Neben der Arbeit von Partnerorganisationen in Afrika, Asien, Europa, dem Nahen Osten und Lateinamerika, werden mit den Geldern zum Weltgebetstag 2018 auch drei Projekte in Surinam bedacht.

Von den Spenden werden vor Ort Projekte unterstützt, bei denen Mädchen lernen, sich vor Missbrauch und Ausbeutung zu schützen und bei denen es um ökologisch produzierte Lebensmittel geht, erklärten die Dreileberinnen, die für den gemütlichen Teil des Abends Rezepte aus der Küche Surinams nachgekocht hatten. Nach dem Gottesdienst mit lebensbejahenden Liedern mit Schwung wurden die duftenden Köstlichkeiten von allen Gästen gemeinsam probiert. Auf den Tisch kamen unter anderem der Überlebenssuppentopf „Chakalaka“, Kartoffelsalat mit roter Beete und Melone in Kokosmilch. Die rund 20 Weltgebetstag-Besucher probierten die exotischen Gerichte und zeigten sich begeistert.

Bereits seit 2006 schnippeln, würzen und kochen die Dreileberinnen für den Weltgebets-tag landestypische Gerichte. „Es macht immer wieder Spaß, weil man dabei sehr viel über ferne Länder erfährt“, sagte Gemeindemitglied Dorothea Weber.