Wanzleben l Noch immer ist die Stadt damit beschäftigt, Straßen, Gehwege und Zufahrten von den Schneemassen zu befreien, die sich seit Sonntag allerorts auftürmten. Ständig im Einsatz seien derzeit 25 Mitarbeiter und zehn Räumfahrzeuge des Bauhofes, so der Bauamtsleiter der Gemeinde Stadt Wanzleben-Börde, Olaf Küpper, und betont: „Die Kollegen sind in der Regel ab fünf Uhr unterwegs, je nach Wetterlage bis 21 Uhr und manchmal auch später.“ Seit Beginn der Räumarbeiten habe es laut Küpper zwei Fahrzeugausfälle gegeben, eines davon sei schon wieder im Einsatz. Seit gestern habe der Winterdienst begonnen den Schnee abzutransportieren, an Orte, wo er beim Tauen gut versickern oder ablaufen kann, beispielsweise an der Sarre.

Einige Menschen würden laut Küpper mit großem Unverständnis auf die derzeitige Situation auf den Straßen, vor Einfahrten oder Hauseingängen reagieren. Mitarbeiter des Bauamtes würden am Telefon teilweise beschimpft. Der Bauamtsleiter: „Für eine so nicht erwartbare Witterung mit dieser Menge an Schnee laufen die Räumarbeiten ganz gut“, sagt er. Es komme natürlich vor, dass die ein oder andere Einfahrt durch den Winterdienst mit zugeschoben wird. Das sei zwar nicht schön, aber oft nicht zu ändern, bittet der Bauamtsleiter um Verständnis.

Mitarbeiter im Dauereinsatz

In acht Wanzleber Ortsteilen würden ansässige Betriebe zusätzlich zu den Bauhof-Mitarbeitern bei den Räumarbeiten Unterstützung leisten. „Dafür sind wir wirklich sehr dankbar“, sagt Olaf Küpper. Mathias Lauenroth von der Firma Lauenroth in Remkersleben ist der Geschäftsführer einer dieser Unternehmen. „Wir räumen seit Sonntag mit zwei Schneeschiebern und einer Schneefräse teilweise von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr“, so der Geschäftsführer. Bisher hätten die Anwohner in Remkerslebern vor allem dankbar und verständnisvoll reagiert. „Wenn es jetzt in Kürze nicht noch einmal so stark schneit, sollten wir den Verkehr in ein, zwei Tagen wieder im Griff haben“, prognostiziert Lauenroth.

Mit einem 14 Tonnen Radlader und einem Lkw befreien Mitarbeiter der Firma Harz-Humus Recycling seit gestern Mittag die Ringstraße in Domersleben vom Schnee, teilt Betriebsleiter Marcus Fischer mit. Die Zufahrten von Grundschule und Freiwilliger Feuerwehr Domersleben sollen ab heute wieder befahrbar sein. „Wir rechnen damit, dass wir ab morgen auch die Nebenstraßen frei räumen können“, so Fischer weiter.

In Klein Wanzleben und Wanzleben unterstützt die Klein Wanzleber Firma Gebhardt-Bau seit Monatg den Bauhof beim Räumen der Schneemassen. „Von uns sind sechs Mitarbeiter im Einsatz mit drei Lkw und drei Radladern“, sagt Geschäftsführer Karl-Ernst-Gebhardt. Begonnen wurde laut Gebhardt am Montag in Klein Wanzleben. Seit gestern werde in der Stadt Wanzleben geräumt, Ende der Woche solle es dann in Blumenberg weitergehen. „Nörgler gibt es immer und überall“, sagt der Geschäftsführer zur Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Dankbarkeit überwiege aber deutlich. „Allen kann man es eben nie recht machen“, sagt Gebhardt.

Die Wohnungsbaugenossenschaft Wanzleben hat zur Schneeräumung einen Dienstleister beauftragt, der in der Regel bereits in den Nacht- beziehungsweise in den frühen Morgenstunden in den Wohngebieten im Einsatz sei, so Geschäftsführer Rainer Lippelt. Bedingt durch die anhaltende ungünstige Wetterlage sei es jedoch zu ständigen Verwehungen gekommen, so dass die Wege nicht dauerhaft schneefrei gehalten werden konnten. „Die Mieter und auch die Hauswarte sind unterstützend tätig, um zumindest die Hauszuwegungen und Zuwegungen zu den Müllplätzen zugänglich zu gestalten“, sagt der Geschäftsführer und bedankt sich für das bisherige Verständnis der meisten Mieter, „die teils auch tatkräftig mithalfen, um diese Extremsituation zu meistern.“ Lippelt bittet alle Mieter um noch ein bisschen mehr Geduld.

Polizei rät von unnötigen Autofahrten ab

Auch die Freiwilligen Feuerwehren Wanzleben und Hohendodeleben leisten ihren Beitrag. „Am Montag haben wir einen Lkw in Wanzleben aus der Lindenpromenade aus dem Schnee gezogen, der sich festgefahren hatte“, sagt Stadtwehrleiter Burkhard Wegner. Gestern hätten die Kameraden zudem geholfen das Flachdach einer Firma im Gewerbegebiet in Hohendodeleeben von den schweren Schneemassen zu befreien.

„Die Leistungen der Kollegen des Bauhofes sind bemerkenswert“, sagt Thomas Kluge, Bürgermeister der Stadt Wanzleben-Börde. Die Regelungen hinsichtlich der Beräumung der Straßen nach ihrer Wichtigkeit seien eingehalten worden. Die Wetterbedingungen seien sehr schwierig, aber die Lage werde beherrscht. „Viele Betriebe unterstützen uns dabei. Wie dem Bauhof möchte ich auch den Unternehmen und allen weiteren Helfern meinen Dank aussprechen“, so Kluge weiter.

Weil die derzeitige Witterungslage eine Herausforderung für die Räumdienste und die Verkehrsteilnehmer darstellt, rät Matthias Lütkemüller, Polizeisprecher beim Polizeirevier Börde, dringend von unnötigen Fahrten ab. „Mehrere Unfälle ereigneten sich seit Montag im Landkreis Börde aufgrund der Schneeglätte.“ So hätten sich beispielsweise Auffahrunfälle ereignet, weil Autos beim Bremsen weiter rutschten als zuvor angenommen. Auch Unfälle, bei denen die Fahrzeuge einfach aufgrund der Glätte seitlich von der Fahrbahn wegschlitterten und gegen andere Fahrzeuge oder Verkehrszeichen stießen, seien darunter gewesen. Zu schwerwiegenden Verletzungen bei Verkehrsteilnehmern sei es bisher nicht gekommen, so der Polizeisprecher.