Wernigerode l Theodor Striese aus Wernigerode komponiert und musiziert. „Die Musik ist mein Leben“, sagt der 15-Jährige. Die Gema, Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, hat das Talent des jungen Wernigeröders entdeckt. Theodor bewarb sich vor einigen Wochen für das Europäische Musikautorenstipendium der Gema und wurde als einer von fünf Komponisten von der Fachjury für den besonderen Workshop ausgewählt.

„Ich habe einfach gedacht, ich probiere es mal“, berichtet der Schüler des Landesmusikgymnasiums. Er bewarb sich mit einem selbstkomponierten elektronischen Musikstück und konnte überzeugen. Auf den Workshop mit namhaften Dozenten freut er sich sehr, „obwohl ich der einzige Teilnehmer bin, der noch nicht volljährig ist“.

Seit frühester Kindheit schlägt sein Herz für die Musik. „Wir hatten zu Hause ein Klavier, und ich habe immer darauf herum geklimpert.“ Schon bald lag der damals Vierjährige seinen Eltern in den Ohren, er wolle Klavierunterricht nehmen. Die Eltern ließen sich erweichen. Das Klavier war für Theodor Striese keine Eintagsfliege. Die Begeisterung für die Musik packte ihn, er zog die Klavierstunden bis zum Ende der Grundschule durch.

Komposition

„Im Landesmusikgymnasium entdeckte ich die Liebe zum Komponieren“, sagt der Zehntklässler. Für seine zeitgenössischen Stücke hat der junge Mann sogar schon mehrere Preise gewonnen. „Meist geht es bei der zeitgenössischen Musik nicht um Schönheit, sondern um Strukturen. Ich versuche beides miteinander zu kombinieren.“

Seit einigen Jahren beschäftigt er sich zudem mit elektronischer Musik. Für seine Kompositionen benutzt er nicht nur vorgefertigte Samples, sondern nimmt selbst Klänge auf, die er dann später in seinen Stücken verarbeitet, darunter beispielsweise das Klopfen auf die Tischplatte, das Tropfen eines Wasserhahns oder Naturgeräusche im Wald. Sein Ziel ist es nun, dass seine Songs in den Clubs gespielt werden.

„Ich würde gern auch selbst auflegen, aber das geht erst, wenn ich 16 bin“, sagt Theodor. Bis dahin veröffentlicht er seine Stücke weiter in sozialen Netzwerken im Internet. Und auch das hat bereits Früchte getragen. „Ein italienischer Musikverlag ist auf mich aufmerksam geworden und will eines meiner Stücke vermarkten“, sagt Theo Striese stolz. „Es ist zwar nur ein kleines Label, aber eine tolle Möglichkeit für mich.“ Die Single „It feels like“ ist ab dem 3. September in den Musikportalen im Internet erhältlich. Nach dem Abitur möchte der junge Mann Orchesterleitung studieren. „Es gibt einige Universitäten in Deutschland, die den Studiengang anbieten. Vielleicht gehe ich nach Dresden. Das wäre mein großer Traum.“