Wernigerode l Auf dem Argenta-Gelände in Hasserode tut sich etwas. Mit einem Bagger werden aufgetürmte Betonteile in eine Brechermaschine gekippt. Ein Haufen mit kleinem Steinbruch wächst. Ob dieser als Schüttgut verwendet wird oder auf einer Deponie entsorgt werden muss, entscheidet später das Ergebnis der Materialprobe. Mitarbeiter des Kreisumweltamtes begleiten die Arbeiten.

Im Vordergrund stehen Entkernen und Entrümpeln der ehemaligen Produktionsstätten der Schokoladenfabrik und die Beseitigung von Wildwuchs auf dem Gelände. So ist das aufgestellte Transparent an der Burgmühlenstraße für Passanten und Fahrgäste der Harzer Schmalspurbahn mit der Aufschrift: „Hier entstehen barrierefreie altengerechte Wohnungen mit Fahrstuhl und Tiefgarage“ gut zu lesen. Die Immobiliengesellschaft Beck & Strecker zeichnet dafür verantwortlich und will Wort halten.

Das Unternehmen aus Altenweddingen hat die heruntergekommene Indus-triebrache am 13. August am Amtsgericht Wernigerode bei einer Zwangsversteigerung für 315 000 Euro erworben. Gleich nach dem Kauf versicherte Volkmar Beck gegenüber der Harzer Volksstimme, in Hasserode eine ähnliche Wohnsiedlung zu bauen, wie die „Residenz am Brockenweg“ auf dem Gelände der ehemaligen Frauenklinik in der Salzbergstraße.

Do bis dahin ist es noch ein weiter Weg. „Schwerpunkt ist zunächst die fachgerechte Entsorgung aller Altlasten“, sagt Hartmut Strecker. Der Aufwand dafür sei schon enorm. Noch in diesem Winter solle der Abriss des moderneren Gebäudekomplexes erfolgen. Die historischen Produktionsgebäude und das alte Kraftwerk stehen unter Denkmalschutz und sollen in die Bebauung integriert werden, erläutert Hartmut Strecker weiter.

Wie im Detail gebaut werden soll, sei jedoch noch nicht entschieden. „Wir lassen uns von einem Architektenbüro gerade verschiedene Möglichkeiten erarbeiten“, so Strecker. Wegen des geplanten Ausbaus eines Teilstücks der Friedrichstraße im Jahr 2017 wolle die Immobiliengesellschaft möglichst schon im kommenden Jahr den Wohnungsbau auf dem Argenta-Gelände starten.

Erschlossen wurde das Betriebsgrundstück bereits 2007, als es eine Wernigeröderin gekauft hatte, um dort mit Investoren Wohnhäuser zu bauen. Der Plan scheiterte jedoch, lediglich zwei Einfamilienhäuser sind realisiert worden. Zwei Jahre später meldete die Eigentümerin Insolvenz an. Die erste Versteigerung des alten Schokoladenfabrik-Geländes am Amtsgericht in Wernigerode war Anfang Februar mangels Bieter gescheitert.