Elbingerode l Unter Denkmalschutz stehen Gebäude und Technik der Grube Drei Kronen & Ehrt respektive Einheit, wie sie auch hieß, seit Jahren.

Gleich nach 1990 waren die Zeugnisse der Industriegeschichte der Region unter Schutz gestellt worden. Den Besucherbetrieb hat das nie gestört, im Gegenteil. Es gehörte zur Attraktivität des vielbesuchten Schachtes. Nun aber muss der Denkmalstatus neu geprüft werden und stoppt so das weitere Vorgehen.

Behörde prüft Status

Mit dem Rückzug der Stadt Oberharz als bisherige Museumseignerin verändere sich der Denkmalstatus, heißt es. Deshalb wolle die Denkmalschutzbehörde erst noch genau prüfen, was schützenwert ist, was womöglich nicht. Ohne ihr Okay kann - trotz der kürzlich erfolgten Schließung - nicht weiter gearbeitet werden.

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Am Ziel einer sauberen Abwicklung ändere das aber nichts, versicherte Oberharz-Stadtchef Frank Damsch (SPD) der Volksstimme. Die Arbeitsförderungsgesellschaft Harz (AFG) kümmere sich gemäß Vertrag mit der Stadt um eine saubere Abwicklung. Das schließe den Verkauf verwertbarer Dinge wie etwa unbearbeiteter Steine ein. Ein Ausverkauf sei das nicht. Der werde in Zusammenarbeit mit der AFG verhindert, wie Damsch mit Dank an das Team um Leiterin Gudrun Mehnert darlegte. Die weitere Verfahrensweise sei klar geregelt.

Vorrecht für Büchenberg

Danach werden Einrichtungen und Geräte von Drei Kronen & Ehrt im ersten Zugriff an den Verein um das Schaubergwerk Büchenberg gegeben, im zweiten Zugriff an den Bergverein zu Hüttenrode. „Als Dauerleihgabe“, betont Damsch.

„Wir geben also nichts Wertvolles auf Nimmerwiedersehen ab“, so der Bürgermeister weiter: „Das gebietet die Achtung vor der Leistung und dem Brauchtum der Bergleute. Die Zeugnisse haben ja für uns nicht nur einen materiellen, sondern auch einen emotionalen Wert“, sagte Damsch, und: „Wir sind daher bestrebt, sie in der Region zu behalten.“ Die Arbeiten dazu würden sobald als möglich fortgesetzt.

Erinnerung in Ehren

Altbergleute und Bergbau­freunde pflegen indes die Erinnerung an das verschwindende Bergwerk, trauern ihm bisweilen nach. Schließlich habe es tausenden Touristen den Bergbau nahegebracht und schöne Stunden beschert, wie es hieß. Andere betonen, dass seit 1990 klar war, dass die Nutzung als Besucherbergwerk nur für eine begrenzte Zeit möglich ist.

Der Harzklub Elbingerode fuhr quasi fünf Minuten vor zwölf noch einmal zum Abschied ein. Und am 8. Bergbaustammtisch des Vereins der Bergbaufreunde Elbingerode/Harz riefen Herbert Zange und Gerd Hintze mit Bildvorträgen vor 50 Interessierten die Geschichte der Grube noch einmal in Erinnerung. Wann technisches Inventar im Büchenberg oder in Hüttenrode zu sehen sein wird, ist offen.

Ursprünglich sollte das Besucherbergwerk bis Anfang 2016 beräumt sein, war zu erfahren, während schrittweise mit der Verfüllung der Hohlräume begonnen werden sollte.

Fachleute schließen inzwischen nicht aus, dass sich auch die Verfüllung, die Grund für die Schließung zum 2. November war, nun verzögert.