Wernigerode l Sonst sind die Sportler der Red Devils mit Stock und Ball unterwegs, am Sonnabend waren sie es für den guten Zweck.

„Bei dem Treffen für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer vor ein paar Wochen wurde gefragt, ob und wie sich die Sportvereine einbringen können“, sagt Manager Mario Vordank. „Als wir hörten, dass viele Wernigeröder gern Hausrat für die Wohnquartiere der Flüchtlinge spenden wollen, es aber oftmals Schwierigkeiten beim Transport der schweren Stücke gebe, war für uns klar: Wir helfen.“ Die Floorballer seien gut trainierte Jungs. „Und Muskelkraft kostet nichts“, so Vordank.

Um 8.30 Uhr trafen sich die Helfer am Sonnabend am Bauhof – acht Mitglieder des Wernigeröder Sportvereins und fünf Mitarbeiter des Bauhofs. In drei Teams aufgeteilt fuhren sie 30 Haushalte an. „Es war interessant, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen“, sagt Mario Vordank. Eine Frau habe ihre Tür geöffnet. „Als wir fragten, was wir mitnehmen können, sagte sie: ‚Alles.‘ Da standen zwei Couchgarnituren und zwei Anbauwände. Es ist schon toll, was die Leute alles spenden.“

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Die Möbelstücke wurden zur Sammelstelle in der Martin-Heinrich-Klaproth-Straße gebracht. Ruckzuck luden die Sportler die Teile aus. Zwei ganze Hallen sind inzwischen mit Kühlschränken, Betten, Couchen, Waschmaschinen, Schränken, Geschirr und Spielzeug gefüllt.

„Die Spendenbereitschaft der Wernigeröder in den vergangenen Wochen hat uns überwältigt“, bilanziert Bauhofchef Torsten Friedrich, der die Sammelaktion zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Jana Diesener koordinierte. „Wir können uns nur bedanken“, so Diesener.

Zwar sei die Aktion schleppend angelaufen, habe sich dann aber von Woche zur Woche gesteigert. An jedem Donnerstag, an dem die Sammelstelle geöffnet war, seien ungefähr 15 bis 20 Leute vorbeigekommen, so Friedrich. Er sei erstaunt darüber gewesen, was die Menschen alles aufbewahren. Vieles in tadellosem Zustand, viel zu schade für den Müll. „Aber das ist die Mentalität der Deutschen: Nichts wegwerfen. Es könnte noch etwas gebraucht werden. Und jetzt wird es gebraucht.“

In den kommenden Wochen werden alle abgegebenen Sachspenden sortiert. „Wir müssen schauen, was im Wohnheim am Kohlgarten und in den bereitgestellten Wohnungen gebraucht wird“, so Bauhofchef Friedrich.