Schierke l Es wird laut für die Anwohner am Barenbach in Schierke. Am Montag beginnen die 14-monatigen Bauarbeiten für die Feuerstein-Arena – Schierkes neues Eisstadion. „Es sind zunächst nur vorbereitende Arbeiten, die Baustelle wird eingerichtet“, so Andreas Meling, der im Wernigeröder Rathaus für die Entwicklung Schierkes zuständig ist. Die feierliche Grundsteinlegung für das Sieben-Millionen-Euro-Projekt mit Ministerbesuch ist für den 18. Mai vorgesehen.

Was folgt, ist die grundlegende Erschließung des Geländes sowie der Abriss der alten Funktionsgebäude. „Die Mitarbeiter des Bauhofs haben gerettet, was wertvoll war“, so Meling. Fenster und Türen wurden eingelagert. Mit U & W und Stratie haben zwei regionale Firmen die Ausschreibung für die zentralen Betonarbeiten und die großen Fundamente für das Dach gewonnen.

Massives Betonfundament

Die massiven Betonbauten ragen drei Meter in die Höhe und gehen zwei Meter tief in den Boden. Mit einem unterirdischen Zugband aus Spannbeton sollen sie später die markante Dachkonstruktion halten. Integriert in die Sockel werden die zukünftigen Funktionsgebäude: eines, in dem die Ausleihe, ein Bistro und die Toiletten eingerichtet werden, ein weiteres gegenüber mit Umkleideräumen für Sportmannschaften sowie Lager- und Technikräumen für die Eisherstellung.

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Die Installation des Daches als Herzstück der Anlage ist erst für das kommende Jahr vorgesehen. Das doppelt gewölbte Konstrukt besteht aus einer mit Glasfaser beschichteten Membran, ist an seiner höchsten Stelle 15 Meter hoch. Das Dach wirft momentan noch viele Fragen auf, was sich in der Sitzung des Schierke-Ausschusses und des Ortschaftsrates zeigte. So sorgen sich einige um die Beschaffenheit der Eisfläche. „Schluckt das Dach die Sonnenstrahlen, oder verstärkt es sie und bringt das Eis zum Schmelzen?“, wollte beispielsweise Wilfried Pöhlert (parteilos, Linke-Fraktion) wissen. Genau das Gegenteil sei der Fall, erklärte der beauftragte Bauüberwacher Jörg Gerlach, der das Projekt vorstellte. „Durch den milchigen Belag bietet das Dachsegel nicht nur Schutz vor Regen und Schnee, sondern auch vor Sonnenstrahlen.“ Ob es passieren könnte, dass Regen und Schnee auf das Eis fallen? „Das lässt sich nicht verhindern, das resultiert aus der Form des Daches“, so Gerlach. „Es sollte doch schick und offen sein und nicht vier Stützen mit einem Pappdach darauf. Da kann es passieren, dass mal eine Flocke auf das Eis fällt.“ Die Eisfläche selbst, so informierte Gerlach, sei 26 mal 56 Meter groß und entspreche den Standardmaßen eines Eishockeyfeldes.

Betreiberkonzept in Arbeit

Ob es bereits Pläne für die Sommernutzung der Arena gibt, wollte ein Schierker wissen. Das Betreiberkonzept liege in den letzten Zügen, werde derzeit von einer Leipziger Agentur angepasst, so Andreas Meling. „Wir wollen es am 8. Juni im nächsten Schierke-Ausschuss vorstellen.“ Ziel sei es, die Betreibung mit ganzjährigem Angebot, Gastronomie, Bewachung und Einlass öffentlich auszuschreiben. „Noch in diesem Jahr“, so Meling, so dass der Betreiber schon während der Bauphase feststeht.

Weg durch die Ortsmitte

Für Verunsicherung bei den Schierkern sorgte die Information, dass die Arena später von einem 1,80 Meter hohen Zaun umgeben sein soll. „Botho- und Marienweg bleiben passierbar“, konnte Andreas Meling die Sorgen zerstreuen. Wie gelangen Besucher vom Parkhaus zur Arena? „Den Weg entlang der Bode werden wir nicht ausbauen. Er soll naturnah bleiben“, so Meling. Die Sandbrinkstraße sei für den Ausbau eines Gehweges zu schmal. Stattdessen ist vorgesehen, Touristen vom Parkhaus über die Brockenstraße in den Ort und durch den Kurpark zum Stadion zu führen. „Schließlich wollen wir, dass Besucher Schierkes Zentrum mit Restaurants und Touristinfo erkunden.“

Für weitere Fragen legt Jörg Gerlach Interessierten die wöchentlich stattfindenden Bauberatungen im Schierker Rathaus (donnerstags, 10 Uhr) ans Herz. Darüber hinaus werden mit Start der Arbeiten tagesaktuelle Bilder vom Baufortschritt im Internet auf www.wernigerode.de bereitgestellt.