Wernigerode l In Wernigerode weihnachtet es das ganze Jahr über. Zumindest für die Mitglieder der Arbeitsgruppe Weihnachtsmarkt. Nach dem jüngsten Treffen ist einigen Teilnehmern jedoch überhaupt nicht mehr besinnlich zumute, die Diskussion artete in einen Streit aus. Grund sind die Gebühren für Standbetreiber.

Die Gebühren sollen neu berechnet werden, um die Abgaben der Händler gerechter zu gestalten – aber auch um das Defizit, das der Weihnachtsmarkt jährlich einfährt, zu beseitigen. Für den Grundpreis sollen Größe der Bude und Warenangebot ausschlaggebend sein und der jeweiligen Zone verrechnet werden. An der Aufteilung der Zonen schieden sich beim Gruppentreffen jedoch die Geister. Ist der gesamte Marktplatz A-Lage, so dass Händler dort in Sachen Gebühren am tiefsten in die Tasche greifen? Oder muss der Markt selbst in verschiedene Zonen aufgeteilt werden?

Attraktivster Standort

„Wer rund um den Brunnen steht, macht 100 Prozent mehr Umsatz. Das habe ich beobachtet“, meldete sich Michael Wiecker zu Wort. Der Gastronom und CDU-Stadtrat hat in den vergangenen Jahren selbst einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt betrieben. „Dort ist Treffpunkt der Touristen, dort ist das Zentrum des Weihnachtsmarktes.“ Deshalb sollten die Händler dort auch mehr bezahlen. Auch Arbeitsgruppen-Chef André Weber (CDU) sprach sich dafür aus, den Markt differenzierter zu betrachten. „Umsätze und Attraktivität sind zu unterschiedlich. Sonst müssen die Buden mit dem attraktivsten Standort von den anderen mit finanziert werden“, so Weber.

„Der Markt ist A-Lage“, entgegnete Matthias Winkelmann (CDU). „So funktioniert es im Einzelhandel auch.“ Mario Schlieper (parteilos, SPD-Fraktion) pflichtete ihm bei. „Wir sollten jetzt nicht anfangen, die Kekse zu zählen. Auf dem Markt kommen alle Händler gut zurecht. Und wem die A-Lage zu teuer ist, der soll in die B-Lage umziehen“, so Schlieper.

Rotationsprinzip für Buden gefordert

„Dann sollte aber jeder Händler die Chance haben, in der Mitte des Marktplatzes zu stehen“, forderte Michael Wiecker. Hotelier Christian Wieland, ebenfalls mit Stand auf dem Markt, warf ein: „Wer behauptet, auf dem Markt kommen alle gleich gut zurecht, der war noch nie da“, so Wieland. Von Rotationsprinzip der Buden halte er nichts. „Darin sehe ich keinen Sinn.“

Der Budenwechsel sei schwierig zu realisieren, so Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich. „Einige Stände sind seit fünf Jahren maßgeschneidert für ihren Standort.“ Dort, wo es möglich sei, könnte man zukünftig aber Flächen zur Ausschreibung freigeben, auf die sich jeder bewerben könnte.

André Weber brach die Diskussion ab, die Emotionen waren inzwischen hochgekocht. „So kommen wir nicht weiter“. In der nächsten Sitzung am 18. Mai sollen mehrere Varianten der Gebührenberechnung betrachtet und verglichen werden. „Der Markt als eine, als zwei und drei Zonen“, so Weber. Die Mehrheit entscheidet. „Wir müssen dem Stadtrat schließlich eine Empfehlung geben.“

Bis zur Sitzung wolle er zudem den Entwurf der neuen Weihnachtsmarktsatzung überarbeiten und Vorschläge und Ergänzungen einbeziehen. In der Satzung sollen nicht nur die Standgebühren, sondern auch das Prozedere der Ausschreibung, die Auflagen für die Händler, die Öffnungszeiten festgeschrieben werden.