Wernigerode l Am Wernigeröder Galgenberg ist am Dienstagmorgen erneut ein wolfsähnliches Tier gesichtet worden. „Ich wollte kurz vor 6 Uhr das Fenster schließen, da habe ich ihn gesehen“, berichtet eine Anwohnerin auf Volksstimme-Nachfrage. Die Wernigeröderin wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Straße Am Galgenberg, in unmittelbarer Nähe des Neuen Rathauses und des IGZ. „Das Tier ist quer durch unseren Garten gelaufen, an der Sandkiste und an den Schaukeln vorbei.“

Ob es ein Wolf oder doch eher ein Hund war, kann die Zeugin nicht mit Sicherheit sagen. „Wer weiß das schon als Laie“, so die Wernigeröderin. Das Tier sei groß gewesen, größer als ein Schäferhund, und grau. „Vielleicht eine Art Wolfshund“, mutmaßt die Anwohnerin.

Dabei hatte sich die Aufregung in dem Wohngebiet zwischen Veckenstedter Weg und Schlachthofstraße gerade erst gelegt. Bereits im Februar hatten Anwohner dort ein wolfsähnliches Tier gesehen und sogar fotografiert und gefilmt – damals auf der anderen Seite des Galgenbergs nahe des Kindergartens „Hollerbusch“. Während sich Jäger sicher waren, dass es sich um einen Wolf handelt, tippten andere Experten auf einen Wolfshund, also eine Kreuzung zwischen Wolf und Hund. Am 26. Februar folgte die Entwarnung: Ein streunendes Tier, das sich als ausgebüxter Tschechoslowakischer Wolfhund entpuppte, wurde eingefangen, ins Tierheim gebracht und schließlich seinem Besitzer übergeben.

Nach der erneuten Sichtung sei man in der Nachbarschaft verunsichert, sagt die Anwohnerin. „Vor allem wegen der Kinder“. Deshalb habe ihr Mann auch die Polizei alarmiert. Uwe Becker bestätigt das. „Der Bereich wurde am Dienstagmorgen abgesucht“, so der Sprecher des Polizeireviers Harz. „Wir haben kein Tier gefunden, was aber nicht ausschließt, dass die Anwohner tatsächlich etwas gesehen haben.“ Zuständig sei jedoch nicht die Polizei, sondern das Ordnungsamt.

In dem Wernigeröder Amt überlegt man nun, eine Wildkamera auf dem Galgenberg zu installieren. „Wir sind sehr daran interessiert, etwas zu unternehmen“, sagt Amtschef Gerald Fröhlich gegenüber der Volksstimme. „Es muss geklärt werden, um was für ein Tier es sich handelt – auch um die Bevölkerung zu beruhigen.“