Blankenburg l Öffentliche aber auch private Bauherren, die in Blankenburg denkmalgeschützte Bauwerke vor dem Verfall bewahren, sanieren und modernisieren, können über das Föderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz in den Genuss finanzieller Hilfen kommen. In den vergangenen 25 Jahren wurden darüber in der Harzstadt bereits rund 30 Millionen Euro in den Erhalt und die Gestaltung der historischen Bausubstanz investiert. Und diese Erfolgsgeschichte soll nach dem Willen der Stadtverwaltung weitergehen.

Liste mit 14 Projekten

Den Mitgliedern des Bauauschusses wird in ihrer Sitzung am 23. August eine Liste mit 14 Projekten samt einer Finanzierungsübersicht vorgelegt. Hintergrund sind zwei Schreiben des Landesverwaltungsamtes, in denen solch eine Liste als Ergänzung zum Stadtentwicklungsprojekt ISREK gefordert wurde. Die aufgeführten Projekte umfassen neben dem Schwerpunkt Kleines Schloss auch das Verwaltungsgebäude in der Harzstraße, sanierungsbedürftige Abschnitte der Stadtmauer – vor allem Bereiche, die an die Barocken Gärten angrenzen – Treppen, Straßen in der Oberstadt sowie prägnante, vom Verfall bedrohte Gebäude.

Oberste Priorität werde demnach dem Kleinen Schloss eingeräumt. Rund zwei Millionen Euro sollen dort bis 2019 in den dritten Bauabschnitt fließen: den westlichen Seitenflügel. Ziel sei es, in der ehemaligen Orangerie eine touristische Nutzung beispielsweise durch ein Café zu erreichen. Gerade im Hinblick auf die Bewerbung zur Landesgartenschau 2022 verspricht sich die Verwaltung eine Steigerung der Attraktivität und weitere Synergien, zum Beispiel für Hochzeiten.

Schlossberg sichern

Für die Sanierung mehrerer Straßen wie Münze, Winde, Bartholomäikirchhof, Berg-, Petersilien-, Mühlbach- und Schulstraße sollen ab 2017 rund 880 000 Euro aufgewendet werden. Hinzu kommen rund 220 000 Euro für den Schlossberg samt Stützmauer. Außerdem sollen vier Treppenanlagen in der Berg- und der Mühlbachstraße, am Rathaus und vom Rathaus zur Bartholomäuskirche in Angriff genommen werden – allerdings erst im Jahr 2020.

Neben diesen öffentlichen Vorhaben profitieren auch private Bauherren von dem Förderprogramm, bei dem die Stadt einen 20-prozentigen Eigenanteil aufbringen muss. Laut Verwaltung planen beispielsweise die neuen Eigentümer des Ensembles Bergstraße 11 die Schaffung von Ferienwohnungen. Im Vorfeld stehen dort die Bekämpfung des Echten Hausschwamms sowie Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an. Unterstützung soll auch eine junge Familie aus Blankenburg erhalten, die das Einzeldenkmal Marktstraße 40 erworben hat und es wieder als Wohnhaus nutzen möchte.

Mut zur Lücke

Ein besonderes Konzept soll schließlich an der Schulstraße umgesetzt werden. Dort wurde nach Klärung schwieriger Eigentumsverhältnisse ein bereits eingestürztes Fachwerkhaus ganz abgerissen und das Gelände beräumt. Der neue Eigentümer möchte dort seinen eigenen (und preisgekrönten) Entwurf eines „kleingliedrigen Neubaus“ verwirklichen, mit dem er sich bereits 2010 beim Architektenwettbewerb „Mut zur Lücke“ beworben hatte. Laut Stadtverwaltung sind für private Antragsteller rund 1,8 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren eingeplant. Weitere Vorhaben sind unter anderem Entkernungen von Innenhöfen und Rückbau einsturzgefährdeter, rückwärtiger Gebäudeteile.

Die Stadtverwaltung geht anhand der zusammengestellten Projekte davon aus, dass hierfür mindestens sieben Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Deshalb soll auch der Bewilligungszeitraum des Förderprogramms bis zum Jahr 2026 beantragt werden.