Elbingerode l Traurig und zugleich „stinksauer“ ist nach eigener Aussage Ulrich Kaiser in Elbingerode. Der Vorsitzende des Anglervereins der Stadt besuchte am Montag erneut die Christinenteiche und kann beim Blick auf die Gewässer nur den Kopf schütteln. „Die Fische sterben“, sagt Kaiser erbost auf das Teichufer zeigend, „aber nichts passiert“. So ganz stimmt das nicht.

Denn gleich nach dem ersten Fund toter Fische Anfang Mai in dem idyllisch mitten in Elbingerode gelegenen Teichen wurden Behörden tätig. Die Untere Wasserbehörde nahm Wasserproben, das Veterinäramt nahm sich einen verendeten Spiegelkarpfen vor und schickte ihn an das Landesamt für Verbraucherschutz. Die Wasserproben gingen an das Labor des Landesbetriebs für Hochwasserschutz. Schriftliche Befunde stehen immer noch aus.

Wasserproben und Karpfen eingeschickt

Die Informationsflaute will Kaiser nicht länger hinnehmen, bringt ihn auf die sprichwörtliche Palme der Empörung. Er sieht die Stadt Oberharz in der Informationspflicht. „Ich kann hier doch niemanden angeln lassen, vor allem kann unsere Jugendgruppe vom Anglerverein die Zeit nicht nutzen“, so Ulrich Kaiser. Außerdem gehe es bei bisher rund 70 toten Karpfen von drei bis sechs Kilogramm Gewicht auch um die Frage der Entschädigung des Vereins.

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„Entschädigen kann man nur, wenn auch die Ursache oder der Verursacher feststeht“, sagte Oberharz-Bürgermeister Frank Damsch (SPD) auf Anfrage bei der Stadt. „Es ist gut, wenn Bürger ihr Recht auf Information wahrnehmen und achtsam auf die Umwelt blicken“, so Damsch weiter. Aber auch die Stadt müsse derzeit ebenso wie die Angler abwarten, was die eingeleiteten Untersuchungen ergeben.

Zufrieden stellt das Ulrich Kaiser nicht. Er sieht den Anglerverein mit seinen rund 50 Mitgliedern ignoriert und fordert umgehend Aufklärung. Immerhin konnte das Landesamt für Verbraucherschutz inzwischen telefonisch mitteilen, das keine anzeigepflichtige Fischseuche der Grund für das Verenden der Fische im Christinenteich ist, wie die Kreisverwaltung auf Volksstimme-Frage informierte. Schriftliche Ergebnisse der Untersuchungen des eingeschickten Karpfens wie auch der Wasserproben stehen weiter aus.

Gerüchte von Pollen und Chemikalien

Unter den Anglern wird unterdessen wild über mögliche und unmögliche Ursachen für den Tod der Fische spekuliert. Bei der Reinigung des Elbingeröder Naturbades nebenan seien wohl unsachgemäß Chemikalien verwendet worden, munkeln die einen. Andere sehen den extremen Pollenflug der letzten Zeit als Ursache, weil die Pollen die Kiemen verkleben könnten. Manche sehen sogar missgünstige Feinde der Angler oder eine politische Verschwörung gegen die Stadt Elbingerode am Werk ...

Wie lange die amtlichen Untersuchungsergebnisse noch auf sich warten lassen, konnte am Montag niemand sagen.