Wernigerode l Tausend kleine Dinge sind noch zu tun. „Aber wir schaffen es“, sagt Thorsten Ahrend. Der Wernigeröder, seit Ende 2014 Eigentümer des Berggasthauses „Harburg“, hat im Frühjahr 2015 mit den „gigantischen Um- und Ausbauarbeiten“, wie er sagt, begonnen und ist nun am Ziel. „Am Sonntag, 12. August, werden wir um 11 Uhr eröffnen.“

Harburg-Team

Mit „wir“ meint der 54-Jährige die Familie und Freunde, die ihn in den zurückliegenden drei Jahren aktiv bei der Verwirklichung seines ehrgeizigen Projekts begleitet haben. „Wir sind zu einem echten Harburg-Team zusammengewachsen.“ Diesem ist es zu verdanken, dass sich die Wiederbelebung eines der beliebten Ausflugsziele für Wernigeröder und Touristen in der Tat sehen lassen kann.

Das Gasthaus, 1871 erbaut und später mit Anbauten erweitert, wurde als solches bis 2005 betrieben. Nach gescheitertem Versuch eines neuen Pächters hat es viele Jahre lang leer gestanden und war in einem ruinösen Zustand. Das ist Geschichte, die Harburg ist komplett saniert und modernisiert worden - ohne dass es den ursprünglichen Charme verloren hat.

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Hüttenflair

Rustikal gemütlich ist die Hüttenstube mit dem originalen Kanonenofen eingerichtet. 25 Wanderer finden Platz, Getränke und Speisen, frisch zubereitet vom Hüttenkoch Achim Helmecke, gibt es wie früher am Selbstbedienungstresen. Ebenso gemütlich sind der Veranstaltungsraum und das Kaminzimmer hinter der großen Schiebetür. Letzteres hat einen separaten barrierefreien Zugang vom Biergarten aus erhalten. „Wer weiß, vielleicht wollen hier mal Gäste feiern oder tagen, unter denen auch Rollstuhlfahrer sind“, sagt Marita Ahrend.

Neben der Hüttenversorgung, die von Freitag bis Sonntag angeboten wird, kann die Harburg auch gemietet werden. Schlafplätze für Feiernde befinden sich im ausgebauten Obergeschoss. Darüber hinaus hat das Harburg-Team selbst noch „tausend Ideen“, sagt Marita Ahrend und zählt auf: Konzerte, Buchlesungen, Grill­abende, Fitnesskurse und ... Das sei noch Zukunftsmusik, lenkt ihr Ehemann ein, wobei es schon zur Eröffnung die eine oder andere Überraschung in dieser Art geben wird.

Tausend Ideen

Immer wieder neue Ideen seien dafür verantwortlich, „dass alles so geworden ist, wie es die Gäste nun vorfinden“, sagt Thorsten Ahrend. Beispielsweise wurde Geschirr mit Zwiebelmuster gesammelt, Lampen seiner einstiegen Szenekneipe Humphrey eingebaut, altes Mobiliar bei Haushaltsauflösungen gekauft, gusseiserne Laternen für den Biergarten aus einem Fundus erworben. Sehr viel Holz stammt von einer 100 Jahre alten Scheune im Harz, das abgebaut und aufgearbeitet wurde. „Dafür meinen Schwiegervater seit 2016 an der Seite zu haben, „war ein echter Glücksfall“, betont Thorsten Ahrend.

Der selbstständige Modellbauer Klaus Sittka wechselte mit dem Eintritt in den Ruhestand quasi auf die Baustelle. Zur Eröffnung wird er Führungen anbieten. „Es gibt viel Interessantes zu entdecken“, versichert der Hobby-Historiker.

Auf die Neugier der Wernigeröder und Wanderfreunde baut auch Thorsten Ahrend: „Wir eröffnen nicht nur ein historisches Ausflugsziel wieder, sondern schließen auf der beliebten Wanderroute Salzbergtal-Armeleuteberg-Harburg-Zwölfmorgental eine Versorgungslücke.“