Programm

Sonnabend, 22. Juni

10 bis 22 Uhr

10 Uhr Eröffnung Schirmherr Armin Willingmann, Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalt (SPD),

afrikanische Live-Musik mit Doum doum de Lengde,

11 Uhr Interview über Projekte für Straßenkinder und Slumjugend in Afrika mit Klaus Richter,

11.15 Uhr Auftritt Tanzschule Kastern,

15 Uhr Auftritt Drei G – „Livemusik ohne Lärm“

17 Uhr Auftritt Zander & Leiting“

Sonntag, 23. Juni, 10 bis 17 Uhr

10 Uhr evangelischer Gottesdienst

Chor mit Gospelsongs,

14.30 Uhr Auftritt Pictures of Soul

An beiden Tagen

Rassekaninchenschau des Zuchtvereins Veckenstedt,

Alleinunterhalter Ottwin mit Synthesizer und Geige.

Eintritt frei.

Ilsenburg l Dass sie nicht die ganze Welt retten können, dessen sind sich Klaus Richter und seine Mitstreiter bewusst. „Man kann nur im Kleinen anfangen, wenn sich etwas verbessern soll“, schildert der Gründer und Chef-Koordinator des Ostafrika-Projekts. „Unser Motto lautet: Wir teilen Chancen, die wir von Mitmenschen und Gott erhalten haben.“

Dabei nimmt sich die Initiative denen an, die am äußersten Rand der Gesellschaft stehen. „Wir gehen zu denen, die durch die Raster anderer Hilfsorganisationen und NGO‘s fallen“, erzählt Richter. Die Zielgruppe der Ostafrika-Initiative sind Straßenkinder, Suchtgefährdete und ihre Angehörigen. In Kenia, Uganda, Äthiopien und Südsudan laufen derzeit fast 40 Aktivitäten in 13 Regionen. Das Augenmerk liegt dabei auf sozialen Brennpunkten, den oft kriminellen Slums.

Vielseitige Hilfen vor Ort

Der Missbrauch von Alkohol und Rauschmitteln wie Kath, Glue und Marihuana sei weit verbreitet, wie Richter berichtet. Die Sucht wachse meist aus dem Elend heraus. Entsprechend groß sei die Not. „Wer suchtgefährdet und arm ist, ist verloren. Denen fühlen wir uns besonders verpflichtet“, beschreibt er seine Motivation.

Bilder

„Wir kooperieren mit einheimischen Freunden vor Ort, die sich ohne fremde Unterstützung schon vorher für diese Zielgruppen engagiert haben. Mit ihnen zusammen beraten wir und unterstützen sie“, erklärt er die Vorgehensweise der Initiative. Die Arbeit ist breit gefächert in den vier afrikanischen Ländern. So haben sie rund 90 Selbsthilfegruppen mit 2000 Teilnehmer gegründet. Sie richten Anlauf- und Beratungsstellen ein, Seminare zur Prävention von Sucht und Aids werden abgehalten.

Mit den Spenden fördern sie Ausbildungen von Einheimischen. Inzwischen werden 150 Kinder durch Patenschafts-Programme unterstützt. Beim Aufbau von fünf Reha-Einrichtungen waren sie beteiligt. Aber auch die unmittelbare medizinische und soziale Notfallhilfe spielt eine große Rolle.

Arzt und Patient

Angefangen in den frühen 1990er Jahren und seit 2001 in strukturierter Form des Vorläufers Kenia-Projekt, dessen Träger das Diakonissenkrankenhauses „Harz“ in Elbingerode war, wuchs die Arbeit der Hilfsinitiative kontinuierlich. Seit diesem Jahr gibt es den Verein Ostafrika-Projekt, dem neben dem vormaligen Chefarzt der Suchtklinik Elbingerode sein ehemaliger Patient Roland Krombholz als zweiter Mann vorsitzt.

Während Richter seine Qualifikation und Erfahrung als Suchtmediziner in die Arbeit mit einbringt, ist es bei Krombholz die Betroffenheitskompetenz. Als trockener Alkoholiker kennt er den Kampf gegen die Sucht. „Ich bin froh, dass ich nun etwas zurückgegeben kann und dankbar für diese Arbeit“, sagt der Ilsenburger.

Ehrenamtliche Arbeit

Derzeit stecken sie gemeinsam mit Ehrenamtlichen wie Stefanie Riefenstahl und weiteren Helfen mitten in den Vorbereitungen für den Benefizflohmarkt am Wochenende, 22. und 23. Juli. Zum fünften Mal veranstalten sie in der Ilsenburger Fürst-Stolberg-Hütte, Eduard-Schott-Straße, den Verkaufsbasar. Christian Eggert unterstützt die Veranstaltung als Eigentümer der Halle.

Richter und Krombholz sind dankbar für jede Hilfe. Gerade auch für die vielen Sachspenden, die beim Flohmarkt angeboten werden. In Zusammenarbeit mit dem Diakoniekrankenhaus und Mutterhaus Elbingerode sowie dem Blauen Kreuz stellen sie die Großveranstaltung auf die Beine.

Ihre Arbeit ist dabei zu 100 Prozent ehrenamtlich. Auch die Reisen nach Afrika finanzieren sie alle aus eigener Tasche.

Für mehr Transparenz und Direkthilfe

Richter und Krombholz betonen, dass jeder Euro auch dort ankommt, wo er gebraucht wird. „Wegen spezifischer Herausforderungen achten wir auf Transparenz und Strukturen, die Korruption vorbeugen“, so Richter. Für jede Region haben sie einen WhatsApp-Chat eingerichtet. Darüber organisieren sich die Mitglieder des jeweiligen Leitungsteams vor Ort und das Leitungsteam in Deutschland.

„Mit jeder Arbeit gibt es eine Vereinbarung über die Regeln der Kooperation. Bei wiederholten Unregelmäßigkeiten wird die Zusammenarbeit überprüft und gegebenenfalls eingestellt“, sagt Richter. Die einzelnen Gruppierungen arbeiten im Netzwerk Friends of Blue Cross zusammen. Dieses Netzwerk ist verbunden mit einer Trust Foundation für die Finanz- und Besitzverwaltung.

So viel Kraft und Aufwand es Richter, Krombholz und ehrenamtliche Mitarbeiter wie Stefanie Riefenstahl kostet, so geben sie einstimmig an, dass sie viel Energie aus dieser Arbeit schöpfen würden. „Wenn man Freude an der Arbeit hat, dann guckt man auch nicht auf die Stunden“, sagt Krombholz augenzwinkernd.

Umso glücklicher sind sie, wenn ihr Engagement dazu beiträgt, die Welt ein kleines Stück zu verbessern. Unterstützung sei dabei immer willkommen. „Jeder Betrag hilft“, betont Krombholz. Neben finanziellen Spenden freut sich der Verein auch über Sachspenden, wofür Roland Krombholz zur Verfügung steht.

„Wer Interesse hat an einer Mitarbeit im Team oder einer Patenschaft für Kinder in schweren Gefährdungssituationen, kann gern Kontakt zu uns aufnehmen oder uns direkt beim Benefiz-Markt ansprechen. Wir geben gern Auskunft“, erläutert Roland Krombholz.