Kultur

Benneckensteins Waldbühne ist bereit für die Theaternatur-Premiere

Das Theaternatur-Festival startet am Freitag, 6. August, mit der Premiere von Shakespeares „Sommernachtstraum“. Für den Auftakt auf der Waldbühne ist alles vorbereitet, sagen die Vertreter des Vereins Kulturrevier Harz.

Von Katrin Schröder
Die Mitglieder des Vereins Kulturrevier Harz haben einen  Arbeitseinsatz absolviert. Dabei wurden das Umfeld von Unkraut und Unrat befreit, die Container eingerichtet und die Technik installiert.
Die Mitglieder des Vereins Kulturrevier Harz haben einen Arbeitseinsatz absolviert. Dabei wurden das Umfeld von Unkraut und Unrat befreit, die Container eingerichtet und die Technik installiert. Foto: Jürgen Kohlrausch

Benneckenstein - Die Premiere vor der Premiere ist gut über die Bühne gegangen. „Wir haben die Feuerprobe bestanden“, sagt Franziska Hirschelmann vom Verein Kulturrevier Harz. Die Buchlesung mit Kathrin Hotowetz am vergangenen Sonnabend (die Volksstimme berichtete) war der Probelauf für den Auftakt des Theaternatur-Festivals, das am Freitag, 6. August, mit der Premiere der Eigenproduktion „Ein Sommernachtstraum“ nach William Shakespeare startet.

Dafür ist alles vorbereitet. Bei einem großen Arbeitseinsatz vor der Lesung haben die Vereinsmitglieder rund um die Waldbühne aufgeräumt. „Dadurch, dass es in diesem Jahr sehr viel Niederschlag gegeben hat, haben wir ein echtes Unkrautproblem“, sagt Franziska Hirschelmann. Entsprechend viel Grün habe man auf den Rängen und rund um die Bühne entfernen müssen. Dauerhaft Abhilfe soll die bei der Gelegenheit versprühte Essigsäure schaffen. „Wir setzen auf natürliche Produkte“, so die Öffentlichkeitsarbeiterin des Vereins.

Ermittlungen dauern an

Weiterhin waren Schäden an einzelnen Bänken vor der Waldbühne zu reparieren, die neu angeschafften Container endgültig einzurichten und die Technik zu installieren. Das Waldmobil, das vor zehn Tagen Ziel eines Brandanschlags wurde (die Volksstimme berichtete), ist derweil noch in der Werkstatt zur Reparatur. „Es wird aber aus aktueller Sicht pünktlich zum Festivalstart fertig“, so Franziska Hirschelmann.

Die Ermittlungen der Polizei wegen Brandstiftung dauern derweil noch an, teilt Uwe Becker, Sprecher des Harzer Reviers in Halberstadt, auf Volksstimme-Nachfrage mit. „Es gibt derzeit keine Hinweise auf Tatverdächtige.“ Allerdings sei die Spurensicherung durch die von den Eigentümern angestrebte schnelle Reparatur erschwert worden.

Mit der Vorbereitung auf die Aufführung am Freitag sowie die Generalprobe am Abend zuvor haben derweil die Theaterleute alle Hände voll zu tun. „Aktuell wird der Eingangsbereich aufgebaut“, sagt Franziska Hirschelmann. Die Festival-Gäste sollen durch einen Tunnel das Gelände betreten. Ferner werde der neu ausgestattete Bereich der „Raststätte“ hergerichtet und mit aus Paletten gebauten Bänken bestückt.

Gegen den Strich gebürstet

Letzte Änderungen und Anpassungen seien etwa noch bei den Kostümen nötig – und diese dürften bei der Premiere einiges hermachen. Denn die Festival-Eigenproduktion ist in Zusammenarbeit mit „The Metafiction Cabaret“ aus Berlin entstanden. Das Ensemble aus Schauspielern und Artisten beschreibt seinen Stil mit den Worten „Punk grüßt Zirkuspferd“ und hat den Shakespeare-Klassiker entsprechend dem Festival-Motto „Que(e)r durch den Wald“ kräftig gegen den Strich gebürstet.

Lysander ist nicht wie im Original in Hermia, sondern in ihren zukünftigen Gatten Demetrius verliebt. Die Wirrungen der Liebenden und der Kampf zwischen Feenkönig Oberon und Elfenkönigin Titania werden auf der Waldbühne in ein Musical verwandelt, das laut Ankündigung „sexuelle Vielfalt, Liebe und Identität“ in den Fokus rückt. Dabei zusehen darf corona-bedingt nur eine begrenzte Zahl von Zuschauern. Statt 450 Besuchern, die normalerweise vor der Waldbühne Platz finden, dürfen nun rund 200 Gäste Platz nehmen – neben den hölzernen Platzhaltern, die bereits im vergangenen Jahr für den richtigen Abstand zwischen den Besuchern sorgten.

Eintrittskarten gibt es im Online-Vorverkauf und an der Abendkasse für alle Vorstellungen bis Sonntag, 22. August, auf der Waldbühne und an anderen Spielorten.