Schierke l Hummeln helfen der Biene auf die Sprünge: Ein hölzernes Bienotel, eine Herberge für die geflügelten Honigsucher, ziert seit Kurzem den Schierker Kurpark – dank der finanziellen Unterstützung des Hummelclubs Deutschland.

Hummelclub ist lockere Truppe

Seit 30 Jahren halten die Mitglieder jährlich zweimal irgendwo in Deutschland ganz privat ihr Jahrestreffen ab: Versicherungsfachleute, die den von ihnen gegründeten Hummelclub als lockere Truppe sehen. „Auf den Namen sind wir gekommen, weil die Hummel ja eigentlich viel zu kurze Flügel hat, aber trotzdem fliegen kann“, so „Charlie“ Karl-Werner Schmitz, Sprecher der Truppe, mit einem Augenzwinkern.

Man experimentiere gerne mit besonderen Themen wie Ernährung, Bewegung und ähnlichen Dingen und probiere auch schon mal etwas Neues aus – alles übrigens nicht kommerziell. Über Enrico Kretschmer, der eine Erlebnis- und Wanderimkerei betreibt und ebenfalls Clubmitglied ist, „sei man dieses Mal auf das Thema Biene gekommen“. Daher habe man die Kosten für das 3.600 Euro teure Kunstwerk gern übernommen, hieß es.

Der endgültige Standort, an dem die mehrere Zentner schwere Skulptur aufgestellt wird, steht noch nicht fest. „Wir suchen in Zusammenarbeit mit der hiesigen Kurverwaltung noch ein geeignetes Plätzchen an möglichst exponierter Stelle“, erklärte Enrico Kretschmer, der auch Mitglied im Freundeskreis Harzritter ist, während der Enthüllung.

Imker bieten Seminare an

Der Freundeskreis setzt sich mit dem Imkerverein Wernigerode bereits seit Jahren für den Erhalt der Biene ein. Die Harzritter bauen unter anderem die neuen Behausungen, der Imkerverein richtet jährlich mehrere Seminare und Lehrgänge für Jungimker aus. In jedem Fall wollen beide Institutionen etwas für den Erhalt der Bienen tun und die für den Naturkreislauf so wichtigen Insekten mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. „Wir wollen, dass die Biene sexy wird“, so Kretschmer.

Mit mannshohen Figuren ginge das am besten. Kettensägekünstler haben die so genannten Klotzbeuten, wie die Figuren früher genannt wurden, geformt. Die Bienotels sind aus Holz geschnittene Figuren und bieten den Honigbienen artgerechten Wohnraum. Das Bauen dieser aus Holzstämmen gemachten Behausungen ist eigentlich eine alte Volkskunst aus dem 18. Jahrhundert.

Fotomotive für Wanderer

Zu sehen sind die eindrucksvollen Figuren im Harz an mehreren Stellen. An der Glasmanufaktur Derenburg steht ein riesiger Mönch, ein hölzerner Glasbläser soll dort noch hinzukommen. In Rübeland steht am Hohen Kleef ein großer Höhlenbär und vis-à-vis oberhalb des Schwimmbades ein Bergmann. Sie alle beherbergen das Jahr über ein echtes Bienenvolk und dienen an exponierten Stellen Wanderern und Touristen als Fotomotive.

Brocken-Benno als Bienotel

Das gelte später übrigens auch für jene Figur, die dem wohl tüchtigsten aller Brockenwanderer, Benno Schmidt aus Wernigerode, nachempfunden wurde. „Für sie wurde bisher allerdings noch kein geeigneter Platz gefunden. Wir arbeiten aber daran“, so Kretschmer. Angst, gestochen zu werden, müsse man nicht haben. Der Abstand zu den ebenfalls aufgestellten Sitzbänken reiche völlig aus, damit sich Mensch und Tier nicht in Quere kämen.