Blankenburg l Wo fängt man an, wo hört man auf? Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? Vor diesen kniffligen Fragen stand vor rund zwei Jahren der bekannte Blankenburger Schriftsteller Bernd Wolff, nachdem ihm ein ganz besonderes Buchprojekt angetragen worden war: einen repräsentativen, aktuellen Bildband über seine Heimatstadt zu schaffen.

Vor 25 Jahren hatte Wolff bereits einen Blankenburg-Bildband herausgebracht. Damals glich die Arbeit daran aber eher einer Sturzgeburt, wie er bei der Präsentation seines neuesten „Babys“ im Kleinen Schloss gestand. Doch auch die Arbeit am neuen Projekt war nicht ohne Tücken. Wolff, der vor allem die blühende Pracht Blankenburgs mit seiner Kamera einfangen wollte, spielte das Wetter einen bösen Streich. Im Frühjahr 2017 standen die Bäume nur einen Tag in voller Blüte. „Danach war alles erfroren“, so der Hobbyfotograf, der also ein Jahr später noch einmal loszog, um jene Motive zu finden, die Blankenburg einst ihren Beinamen Blütenstadt einbrachten und den sie bis heute gern für sich einnimmt. Eines dieser bezaubernden Frühjahrsmotive ziert das Titelbild des Buches, das in Zusammenarbeit mit der Tourist-Information entstand und auch als repräsentatives Gastgeschenk des Bürgermeisters dienen soll.

Titel bewusst gewählt

Der Titel „Blankenburg (Harz) - Blütenstadt im Grünen“ ist bewusst gewählt. Denn er deckt sich mit den Beobachtungen Wolffs in Blankenburg und ihren Ortsteilen: „Wie die Stadt ihre Rabatten pflegt, das kann sich sehen lassen“, lobt der Autor. „Das Grüne ist allgegenwärtig. Es gibt wenige Städte, die derart von Grün durchzogen sind“, weiß er. Mit nur wenigen Schritten gelangen Einwohner und Besucher von der innersten Stadt direkt ins Grüne. Vorbei an geschichtsträchtigen Orten, architektonischen Sehenswürdigkeiten hin zu grandiosen Aussichtspunkten, die schon Dichter wie Johann Wolfgang Goethe und Hans-Christian Andersen inspirierten. „Die Geschichte begegnet uns überall“, hat der Autor erfahren. Allerdings verzichtet er darauf, den Leser mit „Zahlen zu erschlagen“, wie er betont. Vielmehr begibt er sich gewohnt wortgewandt auf einen Streifzug durch die Stadtgeschichte.

Bernd Wolff nutzt das Buch aber auch, um seinen Zeitgenossen mit auf den Weg zu geben, dass ein Beiname wie „Blütenstadt“ ständig neu erobert und verteidigt werden müsse. Dabei spart er nicht mit kritischen Anmerkungen. So heißt es unter anderem: „Um aber so gastfreundlich zu sein, dass es sich herumspricht und die Besucher in Scharen hierhertreibt, bedarf es noch mancher Anstrengungen. Souveränität, Heiterkeit, Liebenswürdigkeit, Gastfreundschaft, Weltoffenheit, das sind Markenzeichen, die jeder Bürger sich zu eigen machen muss, damit seine Heimatstadt so edel wirkt, wie es ihr zukommt. Und vielleicht eine Blüte im Knopfloch oder auf dem Fensterbord, an der Frontscheibe der die Straßen zuparkenden Fahrzeuge. Blütenstadt, das geht nur mit allen...“