Brocken/Tanne l Tierische Hilfe bei der Biotop-Pflege haben sechs Kühe von Brockenbauer Uwe Thielecke aus Tanne geleistet. Die Rinder wurden auf dem Brocken zur Landschaftspflege eingesetzt. Der Nationalpark Harz beschreitet damit neue Wege, um das Wachstum seltener Pflanzen auf den empfindlichen Flächen zu beschleunigen, erklärt Brockengärtner Gunter Karste.

Das Harzer Rote Höhenvieh, eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse, sollte die Grasnarbe nicht nur abfressen und kurz halten, sondern sie auch mit ihren Hufen durchtreten, um so den Wuchs der Besenheide zu unterstützen. Die Tiere fungierten als lebende „Landschaftsgärtner“ und halfen auf umweltfreundliche und naturnahe Weise, die wachsende Grasnarbe niedrig zu halten. „Die Tiere haben ihre Arbeit getan“, so der Experte. Der erhoffte Effekt sei eingetreten. Die Grasnarbe wurde von den Huftieren breitgetreten und solle nun den Weg für die Besenheide frei machen.

Versuch, die Gräser mit Mahd einzuschrän

„Früher gehörten die Rinder auf dem Brocken zum ganz normalen Bild“, erklärt Brockenbäuerin Susann Thielecke. Heute sei es eher ungewöhnlich. Brockengärtner Gunter Karste vom Nationalpark bat die Brockenbauer-Familie um Uwe und Susann Thielecke sowie die Töchter Julia und Sarah aus Tanne, ihn bei der Pflege der Wiesen zu unterstützen. Gerade die selten gewordene Brocken-Anemone benötige die Unterstützung der Huftiere. „In der Besenheide kann sich anschließend die Brocken-Anemone ausbreiten“, so Karste weiter. Das Heidekraut biete auch der Kleinen Alpen-Kuhschelle, wie die brockentypische Pflanze auch genannt wird, ihren Lebensraum. Sie wachse deutschlandweit nur hier, ebenso wie das weniger bekannte gelb blühende Brocken-Habichtskraut, das weltweit nur auf dem Brocken zu finden ist. Jahrzehntelang wurden immer ein paar Kühe des Roten Höhenviehs von den Brockenwirten auf dem Plateau gehalten. Die Tiere waren demnach schon immer für die Landschaftspflege auf den höchsten Gipfel des Harzes zuständig und haben auch keine Probleme mit dem Klima, so Thielecke.

Schierker Kuhball

Schierke (ru). Jung und Alt ziehen im Umzug zum Schierker Kuhball auf die Bergwiesen an der Quesenbank. Höhepunkt ist die Krönung der Harzer Kräuterkönigin.

  • Die Harzer Kräuterköniginnen 2 bis 5 vereint, von links: Ariane Hofmann, Julia Conrad, die neue Königin Huyen Tran Chau und Steffi Hoffmann-Beyer. Foto: Regina Urbat

    Die Harzer Kräuterköniginnen 2 bis 5 vereint, von links: Ariane Hofmann, Julia Conrad, ...

  • Umzug zum Schierker Kuhball. Foto: Regina Urbat

    Umzug zum Schierker Kuhball. Foto: Regina Urbat

  • Umzug zum Schierker Kuhball. Foto: Regina Urbat

    Umzug zum Schierker Kuhball. Foto: Regina Urbat

  • Spielmann Christian Lontzek führt den Umzug an. Foto: Regina Ubat

    Spielmann Christian Lontzek führt den Umzug an. Foto: Regina Ubat

  • Die Harzer Kräuterköniginngen reisen mit der Kutsche zum Festplatz des Schierker Kuhballs. Foto: Regina Urbat

    Die Harzer Kräuterköniginngen reisen mit der Kutsche zum Festplatz des Schierker Kuhbal...

  • Das Rote Harzer Höhenvieh auf der Bergwiese an der Quesenbank. Foto: Regina Urbat

    Das Rote Harzer Höhenvieh auf der Bergwiese an der Quesenbank. Foto: Regina Urbat

  • Auf der Festwiese an der Quesenbank. Foto: Regina Urbat

    Auf der Festwiese an der Quesenbank. Foto: Regina Urbat

  • Harzer Folklore mit Ines Friedrich und Barbara Hofmann im Duett. Foto: Regina Urbat

    Harzer Folklore mit Ines Friedrich und Barbara Hofmann im Duett. Foto: Regina Urbat

  • Harz-Honig bieten Enrico Kretschmar und Kerstin Repp an. Foto: Regina Urbat

    Harz-Honig bieten Enrico Kretschmar und Kerstin Repp an. Foto: Regina Urbat

  • Schafwolle verarbeitet Uta Schiffer (rechts) aus Blankenburg. Foto: Regina Urbat

    Schafwolle verarbeitet Uta Schiffer (rechts) aus Blankenburg. Foto: Regina Urbat

  • Informationen in toller Kulisse vom Landschaftspflegeverband mit Kathrin Hoppe und Kerstin Rieche. Foto: Regina Urbat

    Informationen in toller Kulisse vom Landschaftspflegeverband mit Kathrin Hoppe und Kerstin Rieche...

  • Mit Handwagen sind Mitglieder des  Schützenvereins Schierke zur Quesenbank gezogen und haben eine zünftige Brotzeit geladen, von links: Vereinschef Friedrich Schwertner, Norbert Beyer, Jens Frömmelt und Martina König. Foto: Regina Urbat

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  • Picknick: Doris Schwertner (links) und Gerlinde Frömmelt aus Schierke. Foto: Regina Urbat

    Picknick: Doris Schwertner (links) und Gerlinde Frömmelt aus Schierke. Foto: Regina Urbat

  • Anhaltiner Musikanten aus Raguhn. Foto: Regina Urbat

    Anhaltiner Musikanten aus Raguhn. Foto: Regina Urbat

  • Utes Reitschule aus Westerhausen bietet Schnupperreiten an, hier mit Anne Guroll und Kate sowie Ute Ruppenthal mit Vivien im Sattel. Foto: Regina Urbat

    Utes Reitschule aus Westerhausen bietet Schnupperreiten an, hier mit Anne Guroll und Kate sowie U...

  • Premiere beim Kuhball feiert das Alphorn-Duo von den Anhaltiner Musikanten. Foto: Regina Urbat

    Premiere beim Kuhball feiert das Alphorn-Duo von den Anhaltiner Musikanten. Foto: Regina Urbat

  • Jörg Büchel beim Flechten eines Bienenkorbes an seinem Stand Historisches Handwerk „Alte Parre“ in Neudorf im Harz. Foto: Regina Urbat

    Jörg Büchel beim Flechten eines Bienenkorbes an seinem Stand Historisches Handwerk ...

  • Kallis knallenden Stallburschen aus Heudeber. Foto: Regina Urbat

    Kallis knallenden Stallburschen aus Heudeber. Foto: Regina Urbat

  • Randolf Leidenroth als Schmied und Solist bei der Amboss-Polka. Foto: Regina Urbat

    Randolf Leidenroth als Schmied und Solist bei der Amboss-Polka. Foto: Regina Urbat

  • Wolfgang Grave wirbt für Brocken-Benno und den Harzclub-Zweigverein Wernigerode. Foto: Regina Urbat

    Wolfgang Grave wirbt für Brocken-Benno und den Harzclub-Zweigverein Wernigerode. Foto: Regin...

  • Schierker Line Dancer Kids. Foto: Regina Urbat

    Schierker Line Dancer Kids. Foto: Regina Urbat

  • Schierker Kuhball auf den Bergwiesen an der Quesenbank. Foto: Regina Urbat

    Schierker Kuhball auf den Bergwiesen an der Quesenbank. Foto: Regina Urbat

Bislang versuchten die Brockengärtner, den Wuchs der Gräser mit einer Mahd einzuschränken. Mit Hacke und Hand sei es gelungen, über einen langen Zeitraum eine Heidefläche vorzubereiten. Diese Methode brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg. „Da es bei einer solchen Mahd recht lange dauert, bis vor allem die Gräser so geschwächt sind, dass es den seltenen Pflanzenarten möglich wird, hier Fuß zu fassen, kamen in diesem Jahr nun auf einer Versuchsfläche die Rinder zum Einsatz“, so Karste. Auf rund 5000 Quadratmetern Grasfläche auf dem Plateau fungierten die Rinder als natürliche „Rasenmäher“. Der Freiland-Versuch ist auf vier Jahre angelegt.

Das auffallend rotleuchtende Fell des Harzer Roten Höhenviehs ist unverkennbar und sorgte auf dem Harzgipfel für markante Farbtupfer. Nach drei Wochen Höhenluft endete nun das Abenteuer Brocken für die sechs Kuhdamen. Das Gras sei abgefressen und die Kühe wieder zurück auf eine Weide bei Tanne gebracht worden, so Thielecke. Im nächsten Jahr sollen wieder ein paar Kühe aus der Herde des Brockenbauers in Tanne in den Genuss der Höhenluft kommen.