Benzingerode l In Benzingerode geht die Angst um. Wieder hat es auf dem Grundstück in der Wernigeröder Straße 14 gebrannt, und offensichtlich ist der Hauseigentümer auch dafür selbst verantwortlich. „Irgendwann steht unser Haus in Flammen“, hadert eine Nachbarin. Ortsbürgermeister Gert Schlegel (parteilos) kann den Unmut verstehen. Er wohnt unmittelbar neben dem 62-jährigen Mann. „Ich setze ein Schreiben an die Behörden auf“, sagt Schlegel gegenüber der Volksstimme, während Zaungäste dem Mann Unzurechnungsfähigkeit vorwerfen.

Anbau steht in Flammen

Zum Brandgeschehen: Am Tag der Deutschen Einheit wurde um 11.40 Uhr die Feuerwehr im Wernigeröder Ortsteil Benzingerode alarmiert. Rauchentwicklung hieß es zuerst, dann Feuerschein. Die Brandschützer aus Wernigerode und Minsleben wurden zur Verstärkung nach Benzingerode geschickt. Die Adresse war allen bekannt, denn es war dort der fünfte Löscheinsatz seit dem Großbrand vom 16. September. Damals wurde der Dachstuhl des Wohnhauses komplett zerstört, der Besitzer blieb unverletzt. Als Brandursache wurde Eigenverschulden ermittelt.

Der Mann zündelte trotzdem weiter – auf dem Hof und im Schuppen. Am Mittwoch brannte es dann im Anbau, in dem der 62-Jährige lange Holzbalken in einen Ofen gesteckt hatte. Solch einen fahrlässigen Umgang mit „Holzfeuer“ fabrizierte er auch tags zuvor, am Dienstag gegen 20 Uhr. „Nur hat er sich gleich selbst gemeldet“, berichtet ein Benzingeröder Feuerwehrmann. So sei Einsatz Nummer vier bei Herrn S. recht schnell beendet worden.

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Haus und Hof gesperrt

Gestern hatte sich der Mann verschanzt und wurde von der Polizei und einem Familienangehörigen aus dem Haus geholt. Anschließend wurde er ins Krankenhaus gefahren. Den Brand bekämpften unter Leitung von Marco Söchting 32 Kameraden mit neun Fahrzeugen. Der Löscheinsatz samt Straßensperrung dauerte bis 13.45 Uhr. Ein Polizeibeamter versiegelte Haus und Hof. „Hier darf keiner mehr rein.“