Brocken l Eine Institution verlässt den Berg: Christa Oels, Mitarbeiterin des Brockenhauses, ist am Mittwoch feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Elbingeröderin begleitete fast von Beginn an die Entwicklung des Brockenmuseums - „von der Hütte zum Palast“, wie sie es scherzhaft ausdrückt. Denn als sie am 1. April 1992 unter dem damaligen Leiter Gerd Borchert noch im sogenannten Radom, dem sowjetischen Horchposten auf dem Brocken, als Museumsmitarbeiterin begann, gab es nur die nackte Hülle und ein paar Exponate. „Wenn draußen minus 13 Grad waren, waren auch drinnen 13 Grad minus“, erinnert sie sich.

Nach dem Umzug in die „Moschee“ 1993 erlebte sie auch den großen Umbau mit zu jenem modernen Haus, in dem sie seither Heerscharen von Touristen durch die Ausstellungsräume geführt, aber auch in der Caféteria versorgt hat. „Jeder Tag war etwas Besonderes“, sagt sie und lobt vor allem ihre Kollegen und ihren Chef Christoph Lampert. „Bei uns machen alle alles. Das ist fast wie bei den Musketieren: Einer für alle, alle für einen“, schwärmt sie von der großen Kollegialität.

Hilfe von Brockenwirt und Wetterwarte

Das gelte aber auch für die Brockenwirt-Familie und die Männer von der Wetterwarte: „Wir haben uns immer gegenseitig geholfen“, so Christa Oels. Das galt vor allem, wenn Eis und Schnee das Brockenhaus fest im Griff hatten. „Dank Daniel Steinhoff und seinen Männern bin ich noch nie oben geblieben.“

Doch am Mittwoch hieß es nun Abschied nehmen vom höchsten und für Christa Oels schönsten Arbeitsplatz Norddeutschlands. „Ich freue mich aber schon auf meine Enkelkinder“, sagt sie. Und vielleicht erfüllt sich für die reiselustige Harzerin ein besonderer Urlaubswunsch: „Ich möchte gern mal nach China.“