Halberstadt/Wernigerode l Aus der gewohnten Himmelfahrt-Tour mit Bollerwagen und vielen Kumpels wird für Harzer am Donnerstag, 21. Mai, wohl nichts. Zudem hat nur ein Bruchteil der rund 750 Restaurants im Landkreis unter Corona-Auflagen geöffnet.

Für alle, die trotzdem nicht auf einen Ausflug verzichten wollen, gelten strenge Regeln: Wanderer müssen sich grundsätzlich an die allgemeinen Hygieneregelungen der fünften Corona-Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt halten, bestätigt Manuel Slawig, Sprecher der Harzer Kreisverwaltung, auf Volksstimme-Anfrage.

„Mithin darf eine Gruppengröße von fünf Personen nicht überschritten werden. Es sei denn, es handelt sich um Angehörige des eigenen Hausstandes oder in gerader Linie verwandte Personen“, so der Verwaltungssprecher weiter. Damit fällt die Kneipenrunde mit dem größeren Freundeskreis oder der Fußballmannschaft flach.

Einreise aus Nachbarländern verboten

Zudem seien „die allgemeine Abstandsregelung von 1,50 Metern und die weiteren bekannten Hygieneregelungen, etwa Nießhygiene“ einzuhalten, heißt es weiter von der Behörde mit Sitz in Halberstadt. Darüber hinaus verbietet Sachsen-Anhalt weiter die Einreise aus touristischem Anlass oder zu Freizeitzwecken.

„Dies könnte im Grenzgebiet zu anderen Bundesländern auch die Wanderer betreffen, welche nicht ihren Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt haben“, spielt Slawig auf beliebte Routen rund um den Brocken im Nationalpark Harz an. Sie bleiben für Gäste aus den Nachbarländern Niedersachsen und Thüringen tabu.

Sicherheitskonzept für Gaststätten

Zwischen Großem Bruch, Falkenstein, Dankerode und Brocken dürfen Restaurants seit Montag unter Auflagen wieder Gäste empfangen. „Da der Landkreis Harz sich entschlossen hat, gastronomische Angebote per Einzelgenehmigung zuzulassen, wird es auch das hierzu geforderte Sicherheitskonzept geben“, erläutert Verwaltungssprecher Slawig mit Hinblick auf den Vatertag.

„Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit befindet sich dieses Konzept derzeit noch in der Endabstimmung“, teilt er am Dienstagmittag mit. Die mit Kommunen und Polizei abgestimmte Strategie für den 21. Mai beinhalte ausschließlich Feststellungen und Beurteilungen zur Lage im Hinblick auf den Infektionsschutz. „Andere Sicherheitsaspekte sind nicht Gegenstand des Konzeptes“, berichtet der Verwaltungssprecher.

Um zu überprüfen, ob und wie die Corona-Regeln eingehalten werden, seien Kontrollen vorgesehen. Dazu sollen am Donnerstag gemeinsame Teams von Landkreis und Polizei unterwegs sein.

Konzentration auf Hotspots

„Wir sind so aufgestellt, dass wir vor dem Hintergrund von Corona, der Öffnung einiger Gaststätten und Himmelfahrt reagieren können“, bestätigt Uwe Becker. Wie der Sprecher des Polizeireviers Harz erläutert, rechnen die Beamten mit einem erhöhten Personalaufwand.

Bei den Kontrollen wollten sie sich vor allem auf „bekannte Hotspots vergangener Jahre“ konzentrieren. „Auch wenn einige der beliebtesten Ziele – wie der Flugplatz Ballenstedt-Asmusstedt – nicht geöffnet sein werden“, so der Polizeisprecher weiter.

Er kündigt an, dass die Einsatzkräfte bei ihren Streifen zur Einhaltung der Eindämmungsverordnung „mit Augenmaß vorgehen“. Nur eine Prognose, wie anders der Männertag 2020 wird, wagt er nicht: „Wir rechnen mit Zulauf. Doch wie der Tag tatsächlich abläuft, ist unvorhersehbar – es wird für uns alle eine Premiere.“

Übersicht zu Orten mit geöffneten Restaurants in ganz Sachsen-Anhalt gibt es hier.