Ilsenburg l Wenn irgendwann im Jahr 2021 in der Harzlandhalle wieder der normale Betrieb anlaufen wird, dann ist einiges anders als zuvor. Das Gebäude der Ilsenburger Freizeitbau GmbH hat nämlich neue Manager bekommen - aktuell noch im Probebetrieb. Es handelt sich im ausgewiesene Fachleute in Sachen Veranstaltungen und sie kommen aus Wernigerode.

„Das Bespielen der Halle haben wir in die Hände der Firma ,Studio D4‘ gegeben. Davon versprechen wir uns für die Zukunft mehr Angebote, die mit einer besseren Auslastung der Halle einher gehen sollen“, sagt Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU), der aktuell auch übergangsweise als Geschäftsführer der Freizeitbau GmbH tätig ist.

Das ist aktuell von größerer Bedeutung, da in der Halle umfangreiche Arbeiten geplant sind. „Auch wenn es der Besucher nicht direkt wahrnimmt ist es Tatsache, dass die Halle in die Jahre gekommen ist. Sie hat inzwischen 20 Jahre auf dem Buckel und es muss beim Brandschutz nachgebessert werden“, sagt Denis Loeffke, der dazu im engen Kontakt mit dem zuständigen Amt der Harzer Kreisverwaltung steht.

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Sechsstelliger Ausgaben für Brandschutz

Nach bisherigen Planungen wird ein sechsstelliger Betrag für den Brandschutz investiert werden müssen. Genauere Zahlen konnte Loeffke noch nicht nennen, da im Moment nur Vorplanungen laufen und somit der endgültige finanzielle Bedarf noch nicht feststeht. Fest steht nur - billig wird es nicht. Bis die neuen Brandschutzvorgaben umgesetzt werden können, wird allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Die Umsetzung soll und muss aber in den nächsten drei Jahren erfolgen.

Schneller umgesetzt werden soll ein neues Beleuchtungskonzept, das bereits in Zusammenarbeit mit D4-Geschäftsführer Christian Legler und dessen Team in Planung ist. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den theoretischen Kohlendioxidverbrauch der Halle durch Energieeinsparung zu verringern. Deshalb soll die gesamte Beleuchtungstechnik auf LED umgestellt werden“, sagt Christian Legler, der sich davon eine jährliche Einsparung von mehreren Tonnen Kohlendioxid erhofft.

 Auch in diesem Punkt sind die genauen Planzahlen noch nicht bekannt, da noch am Konzept gearbeitet wird. „Es zeichnet sich aber eine enorme Einsparung ab und deshalb haben wir auch Fördergeld für die Umsetzung des Vorhabens beantragt. Zudem werden wir davon profitieren, dass die Ur-Planer der Halle das Gebäude so errichtet haben, dass für das neue Beleuchtungskonzept kaum größere Veränderungen am vorhandenen Material vorgenommen werden müssen“, sagt Denis Loeffke.

Um die Neuerungen finanzieren zu können und im Falle einer Unterstützung mit Fördergeld den Eigenanteil aufbringen zu können, wurde die für das Jahr 2021 geplante Teil-Erneuerung des Außenanstrichs der Harzlandhalle auf später verschoben.

Ausfälle nicht existenzgefährdend

Auf die Volksstimme-Frage, wie konkret sich das Corona-Jahr auf die Geschäftszahlen der Halle ausgewirkt habe, konnte Denis Loeffke nur eine grobe Aussage geben. „Die genauen Zahlen des Jahres werden erst mit dem Jahresabschluss feststehen. Doch zum jetzigen Zeitpunkt zeichnet sich ab, dass die Ausfälle nicht so gravierend sind wie vom einen oder anderen befürchtet werden. Das hängt damit zusammen, dass die Harzlandhalle ohnehin nur mit Zuschuss zu bewirtschaften ist. Durch die fehlenden Vermietungen in 2020 sind aber auch weniger Kosten entstanden“, sagt Loeffke und prognostiziert, dass die Ausfälle zwar groß, aber nicht existenzgefährdend werden.

Auch zum Vertrag mit dem Studio D4 hat der Bürgermeister noch einen Nachsatz. „In der Region wurde befürchtet, dass nun für Wernigerode geplante Veranstaltungen nach Ilsenburg wechseln könnten. Dem ist nicht so, da Wernigerode einfach keine vergleichbare Halle aufzuweisen hat.“ Und Christian Legler ergänzte, dass er mit seinem Unternehmen nur wenige eigene Veranstaltungen selbst ausrichten möchte und selbstverständlich auch die Angebote von Ilsenburger Veranstaltern weiter stattfinden könnten.

Ebenso werde es keine Veränderungen am Hallenpersonal geben. Die bestehenden Verträge der Hallenwarte sind ohnehin mit der Freizeitbau GmbH geschlossen und sollen nicht verändert werden. Alle hoffen nun auf ein Corona-Ende und wollen sobald wie möglich wieder Leben in die Halle bringen.