Wienrode/Blankenburg l Das Trinkwasser aus der Wasserleitung ist kein Überträger von Coronaviren. Darauf verweist nicht nur das Umweltbundesamt. Auch Marco Matthes, Bereichsleiter Ostharz der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH, macht deutlich, dass das im Wasserwerk Wienrode aufbereitete Trinkwasser bedenkenlos getrunken werden kann. „Unsere Wasseraufbereitung läuft so weiter, wie unter ,normalen‘ Bedingungen. Die Güte unseres Wassers ist genauso hoch“, bekräftigt er.

Dafür sorge zum einen die mehrstufige Aufbereitung des von der Rappbodetalsperre gewonnenen Oberflächenwassers. Zum anderen werde das Wasser desinfiziert und unterliege ständigen Labor-Kontrollen.

Um für eventuelle Pandemie-bedingte Ausfälle bei Lieferanten gewappnet zu sein, seien jüngst die Lager für Betriebsstoffe „bis an die Oberkante“ aufgefüllt worden. So habe sich das Wasserwerk in Wienrode vorsorglich mit Chlor, Brandkalk und Aluminiumsulfat, das als sogenanntes Flockungsmittel dient, eingedeckt.

Gesundheit des Personals ist A und O

„Das größte Risiko“, so Matthes, „ist aber die Gesundheit des Personals.“ Um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren, seien bereits umfangreiche Vorgaben des betrieblichen Risikomanagements für den Pandemiefall umgesetzt worden. Dazu gehören strengere Hygieneregeln und dass sich größere Gruppen nicht mehr im Werk begegnen. „Für jede Schicht haben wir separate Umkleideräume eingerichtet“, beschreibt Marco Matthes.

Zudem wurden die Kantine geschlossen, Dienstreisen gestrichen, Veranstaltungen abgesagt. Ein Teil der Mitarbeiter könne im Homeoffice arbeiten. Das Hauptaugenmerk liege darauf, dass die Mitarbeiter nicht nur betrieblich, sondern auch privat verantwortungsvoll handeln. Oberstes Ziel sei, den Betrieb des Wasserwerks dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Wie Unternehmenssprecherin Jana Arnold ergänzt, stehen die Leitwarten des Unternehmens unter besonderem Schutz und Zugangsbeschränkungen: „Sie bleiben unter allen Umständen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche besetzt.“

Krisenstab im Wasserwerk eingerichtet

Um dies zu gewährleisten, wurden aus den eigenen Reihen auch Mitarbeiter gewonnen, die in anderen Bereichen angelernt werden, um im Notfall übergangsweise aushelfen zu können. Beispielsweise, wenn ein Kollege doch krankheitsbedingt ausfallen sollte. „Sie werden aktuell in grundlegende Tätigkeiten eingewiesen“, berichtet Matthes. Um auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren, ist zu Wochenbeginn auch ein Krisenstab aktiviert worden. Er koordiniere nun lageabhängig das weitere Vorgehen.

Laut Marco Matthes arbeiten im Wienröder Wasserwerk 13 Kollegen im Schichtsystem in der Schaltwarte. Hinzu kommen acht Labormitarbeiter, acht Kollegen in der Verwaltung, sechs Elektriker sowie sieben Mitarbeiter, die täglich an der Fernwasserleitung unterwegs sind und das Rohrnetz instandhalten. Im Bereich Bernburg sind noch weitere sieben Mitarbeiter zur Instandhaltung und zwei Elektriker im Einsatz.

„Die Versorgung mit Trinkwasser hat oberste Priorität“, bekräftigt auch Holger Ballhausen, Geschäftsführer des Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) Vorharz, dessen Verbandsgebiet sich von Blankenburg über die Verbandsgemeinde Vorharz bis nach Osterwieck erstreckt. Um den Betrieb auch in der Corona-Krise aufrecht zu erhalten und gleichzeitig die Mitarbeiter zu schützen, wurde der Besucherverkehr am Verwaltungssitz in der Domäne in Blankenburg eingestellt. So werden dort keine Kunden und Besucher mehr persönlich empfangen: „Unsere Mitarbeiter sind aber per E-Mail und Telefon zu erreichen“, erklärt Holger Ballhausen.

Besonders erleichtert ist er, dass das Virus nicht über das Trink- und das Abwasser übertragbar ist. Somit richtet sich sein Hauptaugenmerk auf die Gesundheit der Mitarbeiter: „Daher werden wir alles tun, damit wir nach wie vor Trinkwasser in entsprechender Qualität liefern können.“