Schierke l Der Eishockeysport im Reinkultur hat deutschlandweit an Fahrt aufgenommen. „Dort, wo wir im Vorjahr unsere Premiere ausgetragen haben, ist die Begeisterung gestiegen“, sagt Ralf Herrmann. Jüngstes Beispiel war die zweite Qualifikationsrunde um die Deutsche Meisterschaft im Pondhockey am Wochenende in Tergernsee mit 23 Mannschaften, mehr als 150 Aktiven und einer tollen Fankulisse.

Der Geschäftsführer der Eissuite, der die Pondhockey-Meisterschaft ins Leben gerufen hat und für die Ausrichtung erneut verantwortlich ist, rechnet damit, dass Schierke „wieder eine tolle Veranstaltung für die Teams und Zuschauer wird“. Die Vor- und Finalrunde bei der Premiere in Wernigerodes Ortsteil hätten gezeigt, das Meisterschaftskonzept Pondhockey passt zur futuristischen Feuerstein-Arena.

Zum einen hat es den Kufencracks in Schierke einen Aufwind verschafft und das Interesse am Eishockeysport allgemein geweckt, zum anderen dem Tourismus „gut getan“. Zu gern erinnert sich Herrmann an die Schar der Bayern, die wohl kaum ohne die Finalrunde den Weg nach Schierke gefunden hätte. Und Pondhockey verbindet, „es ist vergleichbar mit Volkssportturnieren im Fußball“.

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Ursprüngliches Eishockey auf Teichen

Pondhockey ist Eishockeyspiel nah an der ursprünglichen Form – mit reduzierter Ausrüstung, ohne Torwart und fast ohne Regeln. Vier gegen Vier jagen die Kufenflitzer zwei mal zehn Minuten auf Kleinfeld der Hartgummischeibe nach, jeder Schuss aufs Tor – dafür dient ein flacher Holzrahmen mit zwei Öffnungen – „ist ein Kracher“, so der Dortmunder, der versichert: „Pondhockey ist einfach ein mächtiger Spaß unter freiem Himmel.“ Gespielt wird nämlich nicht in geschlossenen Eisstadien oder -hallen, sondern auf einem zugefrorenen Teich (englisch: Pond), auf Spritzeisfreiflächen oder wie in Schierke in einer überdachten und seitlich offenen Eisarena.

Dort wird am 2. und 3. Februar die vierte Qualifikationsrunde der 2. Pondhockey-Meisterschaft ausgetragen. Wie Ralf Herrmann mitteilt, haben sich dafür bereits 17 Mannschaften angemeldet. Darunter sind der Lokalmatador vom ESV Schierke und die Red Devils vom Sportverein Rot-Weiß Wernigerode. Beide sorgten bei der Erstauflage für Furore, Schierke belegte Platz zwei bei den Amateuren, die Floorballer hielten als Hallenparkettjäger erstaunlich gut auf dem Eis mit.

Bei der zweiten Meisterschaftsauflage „kommen wir solchen Teams wie den Roten Teufeln aus Wernigerode entgegen“, sagt Ralf Herrmann. Denn neben den Kategorien Profi und Amateure wird eine sogenannte Beerleague (Bierliga) für reine Hobbyteams eingeführt. „Hier können Mannschaften teilnehmen, die bislang mit dem Kufensport nichts am Hut hatten.“

Sparta Prag und Dynamo Berlin sind dabei

Für die Profi-Kategorie kündigt der Cheforganisator Prominenz an: Aus der Bundeshauptstadt reist die Traditionsmannschaft von Dynamo Berlin an, aus Prag das Alt-Herren-Team von Sparta. Auf die Dynamo-Altstars freut sich Schierkes Eishockeyvereinschef Bernd Riemenscher sehr. „Immerhin verbindet uns seit vielen Jahre eine Freundschaft.“ Zuletzt gastierten die Berliner noch im alten Natureisstadion.

Für eine gelungene Pondhockey-Meisterschaftsfortsetzung will der ESV Schierke sein Bestes geben, sagt Bernd Riemenschneider. Die Euphorie vom „Eishockeywinter unserer Neuzeit“ halte noch an. Während die Jungen montags und mittwochs fleißig trainieren, „helfen wir Alten mit Rat und Tat bei der Ausrichtung“.