Hasselfelde

Eine Ritterburg für den Kurpark

Der Arbeitskreis Kurpark treibt das Projekt Spielplatzneubau voran. Die Chancen auf Fördergeld stehen gut, in Sachen Bau übernimmt die Stadtverwaltung das Zepter.

Von Katrin Schröder
Der Arbeitskreis Kurpark will in der Grünanlage in Hasselfelde einen neuen Spielplatz bauen.
Der Arbeitskreis Kurpark will in der Grünanlage in Hasselfelde einen neuen Spielplatz bauen. Foto: Katrin Schröder

Hasselfelde - Im Hasselfelder Kurpark soll ein neuer Spielplatz entstehen. Die Weichen dafür sind jüngst im Stadtrat gestellt worden: Einstimmig votierten die Ratsmitglieder für das Projekt, das der Arbeitskreis Kurpark angeschoben hatte. Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit im kommenden Jahr gebaut werden kann.

Denn das Projekt steht und fällt mit dem benötigten Geld – und was das angeht, sieht es gut aus, sagt Tobias Fritschka vom Arbeitskreis. Über das Leader-Programm soll Fördergeld für den Spielplatzbau beantragt werden. Mit 50.000 Euro rechnen die Initiatoren, den nötigen Eigenanteil von zehn Prozent haben sie bereits durch Spenden aufgebracht.

Keine Vereinsgründung notwendig

Das Geld fließt zweckgebunden in die Stadtkasse, denn die Verwaltung übernimmt in Sachen Antragstellung und Ausführung die Regie bei dem Projekt. Auf diese Weise müsse die Bürgerinitiative keinen Verein gründen und nicht selbst die Haftung übernehmen. „Wir wollten das als Privatpersonen vermeiden“, erklärt Fritschka.

So greife nun die Kommunalversicherung bei Unfällen und Schäden zum Beispiel durch Vandalismus, und die Stadt bleibe Eigentümerin des Platzes. Außerdem fungiert sie als Bauherrin für das Projekt. „Im Frühsommer wollen wir in die Planungen einsteigen“, kündigt der Oberharzer Bauamtsleiter Enrico Schmidt an. Der Arbeitskreis solle dabei eingebunden werden.

Hand in Hand werden dazu nun die Vorarbeiten geleistet, berichtet Tobias Fritschka. Vorstellungen, wie der Platz künftig aussehen soll, haben die Arbeitskreis-Mitglieder bereits entwickelt. Im Zentrum des neuen Platzes soll eine Mini-Burganlage stehen, die mit Schaukeln, Rutschen und Burgturm, der erklettert werden kann, verschiedene Spielmöglichkeiten bietet. Hinzu kommt ein Fallbett, das wahlweise mit Sand oder Gummimatten bestückt wird.

Federtiere und Fahrradständer

Drum herum könnten sich eventuell eine Wippe sowie mehrere Federtiere für kleinere Kinder gruppieren. Außerdem sollten Sitzgelegenheiten für begleitende Eltern und Großeltern sowie Mülleimer und Fahrradständer das Ensemble komplettieren.

Dafür soll der alte Spielplatz-Standort aufgegeben werden. „Wir bauen das zentral im Kurpark – dort, wo die Sonne ist“, so Tobias Fritschka. Die schattige Randlage der bisherigen Anlage habe sich als Nachteil erwiesen, erklärt der Hasselfelder: „Durch die Bäume wurden die Spielgeräte immer verschmutzt.“ Feuchtigkeit und Vermoosung hätten den Geräten zugesetzt. Zudem hätte sich der schlecht einsehbare alte Spielplatz auch deshalb zur „Dreckecke“ entwickelt, weil dort unbeobachtet Müll hinterlassen und Geräte beschädigt werden konnten.

Schatten unter Bäumen und Sonnensegel

Dies werde mitten im Kurpark nicht mehr ohne weiteres möglich sein, hofft Fritschka. Schatten sollen an sonnigen Tagen die Burganlage sowie am Rande stehende Bäume bieten. Zudem denke man über die Anschaffung eines Sonnensegels nach. „Wir müssen aber schauen, wie wir es vor Vandalismus schützen können.“

Bei der Auswahl der Spielgeräte stünden einerseits die Kosten im Fokus: „Wir müssen aufs Geld schauen“, so Fritschka. Man müsse für die Leader-Förderung drei Angebote vorlegen, die nun eingeholt werden. Andererseits sollen die Spielgeräte möglichst pflegeleicht und robust sein. Obwohl es optisch schöner sei, scheide daher Holz wegen der rauen Harzer Witterung aus.

Pflege für die nächsten zwölf Jahre

Darauf achten die Arbeitskreis-Mitglieder auch in eigenem Interesse: Sie verpflichten sich per Vertrag, in den kommenden zwölf Jahren den Spielplatz zu pflegen. So entstehen der Oberharzstadt keine zusätzlichen Kosten, so dass das Projekt auch mit Blick auf die prekären städtischen Finanzen möglich sei.

Ende Mai sollen die Unterlagen endgültig abgegeben werden. Bei einem Vor-Ort-Termin im April waren die Signale positiv, so Tobias Fritschka. „Wir haben gute Chancen.“ Wenn das Projekt im Herbst den Sprung auf die Prioritätenliste schaffe, dann sei es wahrscheinlich, dass das Geld 2022 fließen und der Spielplatz gebaut werden kann.

Der Arbeitskreis hat aber weitergehende Pläne für den Kurpark und sammelt dafür weiter Spenden. Geplant sei unter anderem, Sitzgelegenheiten vor allem für ältere Spaziergänger und Angebote für Jugendliche zu schaffen. Abgesehen davon arbeite man weiter an dem Nutzungskonzept für die gesamte Anlage und plane in diesem Jahr wieder einen Arbeitseinsatz.