Wernigerode l Angesichts des derzeitigen Tauwetters können die Mitarbeiter des Wernigeröder Bauhofs ein wenig durchatmen. „Ich bin dankbar und stolz auf unsere Kollegen. Sie haben in letzter Zeit über Gebühr gearbeitet“, sagte Tobias Kascha. Nach den heftigen Schneefällen zog der Leiter des Wernigeröder Stadtbetriebsamtes im Hauptausschuss für den Winterdienst eine insgesamt positive Bilanz.

Die Aufgabe sei keine einfache gewesen. „Der Wintereinbruch kam in unglaublicher Wucht und sehr schneller Zeit“, so Kascha. Jeder, der konnte, habe mitgeholfen – 60 Mitarbeiter des Bauhofs sowie 50 Angestellte von externen Firmen seien im Einsatz gewesen, um mit 80 Fahrzeugen rund 100 Straßen im Stadtgebiet von den Schneemassen zu befreien.

Einer der ersten Schritte sei gewesen, den Kontakt zu den Harzer Verkehrsbetrieben (HVB) zu suchen, um möglichst rasch wieder einen geregelten Busverkehr zu ermöglichen. „Es war eine gute Zusammenarbeit“, so der Amtsleiter. Während die Winterdienst-Routen in Früh- und Spätschichten abgefahren wurden, habe man einen Ort gesucht, wo der Schnee abgeladen werden konnte.

Parkplätze und Durchfahrten

Aufgrund der vielen Anfragen sei ein Krisentelefon eingerichtet worden, um Hinweise entgegenzunehmen. Ein Augenmerk habe darauf gelegen, die Parkflächen am Ochsen- und Katzenteich freizuräumen sowie Durchfahrten zu verbreitern. „Das war ein großes Problem für die Busse“, so Kascha.

In den engen Straßen der Innenstadt sei dies nicht immer leicht gewesen, zumal man keine Schäden an parkenden Autos verursachen wollte. Der Kritik, dass man vor allem den Marktplatz geräumt habe, tritt er entgegen. „Das war nur ein Punkt, an dem geräumt wurde“, so Kascha. Zudem sei Schnee aus den umliegenden Straßen dorthin geschoben worden. Zu kämpfen hatte man darüber hinaus mit Schäden an der Fahrzeugflotte und Dieselmangel an der Tankstelle.

Noch sei es zu früh um den Winter abzuhaken, im März solle aber eine „ehrliche Aufgabenkritik“ folgen, um Abläufe zu optimieren. Die Ausschussmitglieder dankten durchweg für den Einsatz des Winterdienstes und brachten Hinweise zur Manöverkritik vor. „Aus Sicht vieler Wernigeröder hat man die Fremdfirmen zu spät eingebunden. Es war klar, dass der Bauhof das alleine nicht schafft“, sagte Matthias Winkelamnn (CDU). Dem widersprachen Amtsleiter Kascha und Baudezernent Burkhard Rudo: Man habe sofort Gespräche geführt, ab Dienstag seien die beauftragten Firmen unterwegs gewesen.

Für die Bewohner der Innenstadt seien die ersten schneereichen Tage schwierig gewesen, sagte Sabine Wetzel (Bündnis 90/Grüne). Über Tage hinweg hätten sie kaum das Haus verlassen, geschweige denn mit dem Auto zur Arbeit fahren können. Schwer erreichbar seien die Kindertagesstätten gewesen, zumal in den Wohngebieten Stadtfeld und Harzblick. Man solle künftig darauf achten, dass die Übergänge für Fußgänger und insbesondere Kinder freigeräumt und damit gefahrlos benutzbar würden.