Schierke l Es ist knackig kalt. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt. Eigentlich beste Bedingungen fürs Eislaufen in der Feuerstein-Arena in Schierke. Doch die Corona-Pandemie legt derzeit alles lahm – auch Aktivitäten unter freiem Himmel wie in Schierkes Arena.

Ende November sollte dort die neue Wintersaison starten. Alles war bereit – Rollschuhbahn und Trampoline vom Sommer abgebaut, die Leihschlittschuhe in die Regale gepackt, die Eismaschine gewartet. Allerdings sind alle weiteren Vorbereitungen für die Wintersaison erst einmal auf Eis gelegt. Soll heißen, die Eisproduktion wird ausgesetzt, bis die Infektionszahlen sinken und der Lockdown beendet ist. „Vorher fangen wir mit dem Eis nicht an“, so OB Peter Gaffert (parteilos) im Hauptausschuss. „Das macht keinen Sinn.“

Dabei gibt es ein fertiges Hygienekonzept für die Schierker Freizeitstätte. „Wir haben die Umkleide nach draußen verlegt“, informiert Arena-Chef Tobias Kascha gegenüber der Volksstimme. „Wir haben ein Wegekonzept, die Online-Buchung mit reservierbaren Zeitfenstern ist vorbereitet, die Eisfläche auf 150 Schlittschuhläufer begrenzt. Aber: „Die Arena bleibt erstmal zu.“

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Gesamte Wintersaison in Gefahr

Und nicht nur das. Die gesamte Wintersaison hängt am seidenen Faden, sagt Kascha. „Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es sich nicht mehr lohnt, in diesem Winter Eis zu machen.“ Der Stadt Wernigerode als Betreiber der Arena seien bereits „ein Haufen“ Eintrittsgelder verloren gegangen. „Wir wollen uns im Januar darüber verständigen, wann es nicht mehr wirtschaftlich für uns ist.“

Das sei zwar bedauerlich. „Aber wir versuchen trotz Shutdown zu zeigen, dass wir da sind“, so Tobias Kascha. Beispielsweise mit einer Adventskalender-Aktion auf Facebook und Instagram, bei der die Teilnehmer Arena-Souvenirs gewinnen können.

Ein größeres Projekt ist das Online-Konzert am 18. Dezember. „Wir wollen in diesem Winter wenigstens eine Veranstaltung anbieten.“ Eine Veranstaltung - an der dank Live-Übertragung im Internet alle Interessierten teilhaben können. Und da kommt Vico Mulsow ins Spiel. Mulsow, in Schierke aufgewachsen und inzwischen in Berlin als Model tätig, ist seit drei Jahren Markenbotschafter der Feuerstein-Arena. „Vico hatte die Idee für das Konzert“, sagt Kascha. „Wir haben keine fünf Minuten überlegt und gleich zugesagt.“

Nico Müller singt Weihnachtslieder

Und auftreten wird nicht irgendwer, sondern mit Nico Müller ein bekannter Künstler. Der gebürtige Vogtländer hat sich vor allem als Sänger der Formation „Adoro“ einen Namen gemacht und begeistert mit seinem Spagat zwischen Musical, Crossover und klassischem Gesang. Ebenfalls mit im Boot sind die Musicalsängerin Maike Switzer und der Musikstudent Richard Fuchs. Auf dem Programm stehen natürlich Weihnachtslieder, aber auch bekannte Musical- und Popsongs.

„Nico Müller ist ein guter Freund von mir“, sagt Vico Mulsow. „Ich habe ihn angeschrieben. ‚Du musst unbedingt ja sagen‘, habe ich gesagt.“ Und das habe Müller dann auch getan.

Dem Arena-Team und Mulsow sei es nach der Absage des Weihnachtsmarktes und etlicher Adventskonzerte in Wernigerode wichtig, weihnachtlichen Zauber von oben in die Stadt zu senden. „Wir wollen die Besinnlichkeit zu jedem nach Hause bringen“, sagt Mulsow.

Konzert-Livestream via Facebook

Und so funktioniert es: Die drei Künstler werden am Freitag, 18. Dezember, ab 18 Uhr auf einer kleinen, weihnachtlich dekorierte Bühne stehen. Der Auftritt wird aufgezeichnet und zeitgleich via Facebook in die heimeligen Wohnzimmer gestreamt. „Das heißt, jeder kann sich einloggen und Zuschauer sein.“

Kascha hat zudem Kontakt zu den Pflegeeinrichtungen der Stadt aufgenommen. „Wir wollen eine Möglichkeit schaffen, damit auch die Menschen in den Altenheimen die Musik erleben können.“

Das Konzert ist nicht nur für die Wernigeröder und alle weiteren Zuschauer ein Lichtblick - auch für die drei Musiker selbst, wie Vico Mulsow sagt. „Sie hatten es in den vergangenen Monaten nicht leicht.“ Etliche Auftritte seien weggebrochen. Dennoch hätten die Musiker für Konzert in der Schierker Feuerstein-Arena keine Gage verlangt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Gemeinsam wollen sie nun ein Zeichen setzen in dieser schweren Zeit. „Wir wollen zeigen, dass man etwas erreichen kann, wenn man nur zusammensteht.“

Interessierte können das Konzert am 18. Dezember ab 18 Uhr live hier verfolgen. Später wird das Konzert auf dem YouTube-Kanal der Stadt Wernigerode verlinkt.