Umgestaltung

Elbingerodes Kirche wird Kletterparadies

Was die evangelische Gemeinde für den Kirchplatz plant

Von Katrin Schröder
Am Turm der Stadtkirche St. Jakobi in Elbingerode soll eine Boulderwand errichtet werden.

Elbingerode

Um Ideen ist Ernst Wachter nicht verlegen. Bänke, Büsche, ein Podest und am besten noch eine Rutsche: „Das fände ich cool“, sagt der Pfarrer der Stadtkirchengemeinde und blickt sich auf dem Kirchplatz um. Wenn die Pläne verwirklicht werden, die Wachter unlängst vorgestellt hat, dann wird die Fläche zwischen Kirche, Grundschule und Heimatstube schon bald ganz anders aussehen.

Bisher präsentiert sich der größtenteils geschotterte Platz weit, größtenteils leer und schmucklos. Doch anders als der Elbingeröder Markt, der wegen des durchfließenden Straßenverkehrs diese Funktion kaum übernehmen könnte, habe der Kirchplatz das Potenzial, ein echter Mittelpunkt für die Stadt zu werden, sagt Wachter.

Die geplante Neugestaltung des Platzes soll dies befördern. Unter dem Ahornbaum könnte eine Sitzecke mit Wipptier platziert werden, hinzu kämen weitere Bänke und mehr Grün. An der Luthereiche im Zentrum des Kirchplatzes soll ein Spielhaus aus Robinienholz errichtet werden. An einem Aufsteller mit Wanderkarte könnten sich Besucher, aber auch Einheimische über die nächstgelegenen Wege informieren, und eine E-Bike-Ladestation würde den Radfahrern mit Motorenantrieb neue Energie liefern.

Bouldern am Kirchturm

Der Clou könnte die Boulderwand werden, die über zwei Wände des Kirchturms hinweg errichtet werden soll. „Dann könnte man um die Ecke klettern“, so Wachter. Fallmatten oder Kies am Fuß der Wand würden Nutzer, die fallen, vor einem harten Aufprall bewahren. Dazu müsste die Oberharzer Stadtverwaltung mitspielen, denn der Turm befindet sich nicht in kirchlichem, sondern in kommunalem Eigentum: Die Bürgerschaft hat ihn 1830 in Eigenregie an das Gotteshaus angebaut. Die Verwaltung stehe mit Rat und Hilfe zur Seite, sagte Hauptamtsleiter Dirk Heinemann. „Ich sehe das als eine gute Sache.“ Die Entscheidung liege aber beim Stadtrat. Angetan zeigten sich auch Bettina Borth, Leiterin der Elbingeröder Grundschule, und Hortchefin Kerstin Scharun.

Eine weitere Baustelle sieht Wachter an der Stelle, an der etwa zum Weihnachtsmarkt stets die Bühne aufgebaut wird. Ein fest installiertes Podest würde künftig Auf- und Abbau überflüssig machen. Das Schachbrett vor der Grundschule solle erneuert werden, ebenso die bereits bestehenden Bänke, und auch die Bushaltestelle könnte eine Auffrischungskur vertragen. Statt akkuratem Rasen könnte schließlich eine blühende Wiese angelegt werden. Einbezogen werden solle auch die Bushaltestelle.

Ein erster Schritt zur Verschönerung ist bereits getan: Die Müllcontainer sind vom Eingangstor in einen Winkel an der Wand der Heimatstube gewandert. Eine Einhausung soll die Behälter später optisch verschwinden lassen, erklärt Wachter. Obenauf könnte ein Podest gebaut werden, dass sich als weitere Spielgelegenheit nutzen lasse – zum Beispiel mit einer Rutsche. Die Heimatstube selbst könnte sich nach Wachters Vorstellungen auf dem Platz präsentieren, zum Beispiel mit Tafeln zur Stadtgeschichte.

Hoffen auf Fördergeld

Finanziert werden soll das Projektpaket mit Fördergeld aus dem Leader-Programm. Bis Ende April sollten die Grundzüge des Vorhabens stehen, für den finalen Antrag ist dann bis zum Herbst Zeit. Wenn das Geld bewilligt werde, könnte frühestens 2022 mit der Umsetzung des Projekts begonnen werden.

Rund 60000 Euro würden nach bisherigem Stand benötigt. Der Eigenanteil der Kirchengemeinde liege bei mindestens 12000 Euro, so Wachter. Um dies aufzubringen, wolle man versuchen, weitere Fördertöpfe anzuzapfen, und hoffe auf Spenden von Bürgern wie auch Unternehmen.

Für die Müllcontainer soll eine Einhausung gebaut werden, die zugleich als Spielgerät mit Rutsche dienen könnte.
Pfarrer Ernst Wachter, Catrin Schneider vom Elbingeröder Pfarrbüro, Hortleiterin Kerstin Scharun, Schulleiterin Bettina Borth und Hauptamtsleiter Dirk Heinemann (von links), beraten über die Pläne zur Umgestaltung des Kirchplatzes.