Wernigerode l Es fällt auf im Stadtverkehr, das kleine weiße Elektrofahrzeug mit Dach und Frontscheibe. „Knutschkugel“, „cooler Flitzer“, „Marsmobil“, „ideale Einkaufshilfe“ und andere lustige Sprüche bekommt Marlies Zimmermann zu hören, wenn sie mit dem Roller auf vier Rädern unterwegs ist. Und das ist die 31-Jährige mit dem Paxster, wie das Elektrofahrzeug richtig heißt, zurzeit täglich in Wernigerode.

Die junge Frau ist bei der Dienstleistungscenter GmbH Wernigerode beschäftigt, die ihren Sitz Am Kupferhammer hat. Morgens stellt sie mit einem Firmenauto die Volksstimme zu, „ab Mittag übernimmt Marlies Zimmermann mit dem E-Mobil die Sammeltour der Biberpost.

Kollegen reißen sich um Paxster

„Wir wechseln ständig, denn die Kollegen reißen sich förmlich darum, mit dem Paxster zu fahren“, sagt Holger Zaremba. Er ist seit Juni 2016 Gebietsleiter beim DLC in Wernigerode und war der erste, der den Elektroflitzer ausprobiert hat. „Ein tolles Fahrgefühl, die Handhabung ist einfach“, sagt der 50-Jährige.

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Strom direkt aus der Steckdose

Für ein halbes Jahr wird der Paxster in Wernigerode getestet. Bislang gab es keinerlei Probleme, weder auf flachen noch bergigen Straßen. Die Reichweite beträgt 100 Kilometer, aufgeladen wird an der herkömmlichen Steckdose. Durch die Abmaße – 2,15 Meter Länge, 1,12 Meter Breite und 1,73 Meter Höhe – ist das Mobil mit Moped-Zulassung vor allem im Stadtverkehr in Wernigerode „äußerst praktisch“, sagt Zaremba und fügt noch einen Vorteil hinzu: „Es kann fast auf der Stelle wenden“.

Mit 45 km/h flott unterwegs

Zudem sei die Zuladung von 200 Kilogramm ausreichend, um genügend Pakete und Briefpost sowie die Zeitungen und andere Vertriebsmittel im Heck zu verstauen. Auf der tiefen Konsole, vorn hinter dem Lenkrad, haben sogar Ladeboxen Platz. Und die Spitzengeschwindigkeit von 48 Kilometer pro Stunde „genügt dicke, um flott voranzukommen“, sagt der Gebietsleiter.

Sommer wie Winter mobil

Im Sommer sei das Mobil mit der offenen Fahrerkabine sicher angenehm, doch im Winter? „Kein Problem“, entgegnet Holger Zaremba. Das Lenkrad sei beheizt, „und außerdem haben die Fahrer extra eine dicke Winterkombi.“ Da dieser Fahrzeugtyp bereits in Norwegen gute Dienste leiste, geht der Wernigeröder davon aus, dass sich der Paxster auch in der kalten Jahreszeit im Harz bewährt. Deshalb hoffe er, dass nach Beendigung der Testphase und Auswertung einige Firmenautos durch Paxster ersetzt werden. Der Umwelt zuliebe.

Ebenso umweltschonend, wenn auch nicht mit Strom betrieben, gehören neu zur Flotte des DLC zwei E-Bikes und ein E-Trike. Diese werden im Stadtgebiet von Wernigerode beziehungsweise ein Rad in Stapelburg eingesetzt. „Heute läuft kaum noch ein Zusteller zu Fuß“, sagt Holger Zaremba.