Wernigerode l Ein bisschen Norah Jones, ein wenig Jamiroquai, dann und wann eine Spur Cristin Claas. Das Eröffnungskonzert in der Turbine 19, dem früheren E-Werk in der Wernigeröder Feldstraße, ist Stephanie Neigel gelungen. Die Sängerin nahm ihr Publikum am Sonnabend mit auf eine leicht-beschwingliche, auch mal melancholische Reise in ihre Klangwelt. Friedmar Quast, der Kopf hinter dem Jazzclub Wernigerode, hatte mit Stephanie Neigel, die die Nichte der bekannten Liedermacherin Jule Neigel („Schatten an der Wand“) ist, die richtige Musikerin für diese Location ausgesucht. Im industriellen Ambiente konnten sich die Besucher schnell auf die Songs einlassen, die in verschiedenen Genres angesiedelt waren, darunter Pop, Jazz, Funk, R‘n‘B und Soul.

Neugierige Blicke in der Feldstraße

Das Konzert war schon vor etlichen Tagen ausverkauft. Viele wollten einen Blick in das Musikhaus Turbine 19 werfen, das Stefan Heymann gerade erst eröffnet hatte. Der Schlagzeuger und Frontmann der Trommelgruppe „Baraban“ führt dort den Instrumentenhandel und die Musikschule fort, die zuvor in der Grünen Straße unter dem Dach der Musikscheune ihr Domizil hatten.

Er erzählte dem Publikum von seiner besonderen Verbindung zum Jazzclub. „Ich war 1999 in der ersten Jazzclub-Band“, berichtete Heymann. „Wir hatten keinen Namen - und damals auch nur einen einzigen Auftritt in der Allegrobar des KiK.“ Heymann würdigte Friedmar Quasts unermüdliches Engagement im Jazzclub und animierte die Besucher, sich ebenso ehrenamtlich einzubringen.

Bilder

Er bedankte sich bei den Menschen, die ihn bei der Umsetzung seines Traums vom eigenen Musikhaus unterstützt haben, darunter bei Lebensgefährtin Bettina Bosse, die an dem Abend hinter der Bar stand. In der Turbine werde es nicht jede Woche ein Konzert geben, so Heymann. „Aber wenn ich etwas plane, dann wird es was Besonderes sein“, kündigte er an.

Architekt schwärmt vom Bauherren

Finanziert wurde das Konzert von der Allianzkulturstiftung, als deren Vertreter Ralf Voß anwesend war sowie der Stadtwerke-Stiftung. Das Unternehmen hatte seinen Verwaltungssitz im E-Werk, bis es das Gebäude am Kupferhammer bezog.

Begeisterter Gast im Publikum, ständig fotografierend und filmend: Architekt Mario Kowalsky. „Stefan war ein Traumbauherr“, schwärmte der Planer, der das Konzept gemeinsam mit dem Musiker ausgearbeitet hat, seine Vorstellungen zunächst auf dem Papier, dann in die Realität umsetzte. Dass das gelungen ist, davon konnte man sich am Sonnabend überzeugen.

Das nächste Konzert des Jazzclubs ist abermals eine Besonderheit: Beim Jazzbrunch am 23. Juli am Wasserkraftwerk Steinerne Renne spielt das Premier-Swingtett um Uli Hoffmeier, den Gitarristen des Max Raabe-Palast-Orchesters. Beginn ist um 11 Uhr.