Wernigerode l Mit zwei Sternen des renommierten Restaurantführers Guides Michelin darf sich Robin Pietsch bereits schmücken – je einen für seine beiden Restaurants in Wernigerode (Landkreis Harz). Nun eifert er dem nächsten Titel entgegen. Er gehört zu den sechs Köchen, die vom Fachmagazin „Der Feinschmecker“ zum „Aufsteiger des Jahres“ nominiert wurden. „Der Titel ist mir fast noch wichtiger als die Sterne, weil hier die Gäste und keine Fach-Jury entscheiden, wer gewinnt“, sagt der 31-Jährige. Er hofft, dass nun viele seiner Gäste bis zum 30. August für ihn abstimmen. Möglich ist dies auf der Internetseite des Feinschmeckers, der seit 1975 erscheint.

Er und sein Team seien sehr dankbar für die Nominierung – immerhin liegt eine harte Zeit hinter ihnen, berichtet Pietsch. Rund drei Monate lang mussten die Restaurants „Zeitwerk“ und „Pietsch“ in der Wernigeröder Altstadt coronabedingt geschlossen bleiben. Auch die Engagements für TV-Formate, in denen sich der einzige Sternekoch Sachsen-Anhalts sonst präsentiert, blieben aufgrund der Pandemie aus.

Die Zwangspause nutzte der gebürtige Blankenburger für soziales Engagement. Er holte die Aktion „Kochen für Helden“ in den Harz. Dank Spenden und ehrenamtlicher Unterstützung versorgten Pietsch und seine Helfer so auf dem Höhepunkt der Krise unter anderem Krankenhaus-Personal mit einer warmen Mahlzeit. „Mehr als 10.000 Essen haben wir in der Zeit ausgeliefert“, berichtet Robin Pietsch. Alles unentgeltlich. „Mir war es wichtig, eine Aufgabe, etwas Sinnvolles zu tun zu haben“, sagt er.

Dank der Lockerungen der Corona-Regeln darf der Wernigeröder seine beiden Restaurants wieder öffnen. Seit Mitte Juni dürfen Gäste kommen, für die Belegschaft ist die Zeit der Kurzarbeit vorbei. „Vom ersten Tag an hatten die Leute Lust, wieder bei uns essen zu gehen – trotz aller notwendigen Schutzvorkehrungen“, sagt Robin Pietsch. Die Nachfrage sei so groß, dass er nach der Wiedereröffnung bereits vier weitere Mitarbeiter eingestellt habe. „Wir profitieren davon, dass so viele für ihren Urlaub gerade lieber in Deutschland bleiben. Wernigerode ist eine absolute Touristenstadt.“

Urlauber wie Einheimische wolle er bald mit einer neuen Geschäftsidee überraschen. Mit welcher, werde aber noch nicht verraten. „Das wird ein Knaller“, versichert er.