Benzingerode l Die Aufregung in Benzingerode hat sich noch nicht gelegt, der Brandgeruch hängt auch am Montag noch immer in der Luft. In einem Wohnhaus in der Wernigeröder Straße in Benzingerode war am Sonntag gegen 21.15 Uhr ein Feuer ausgebrochen.

Die Brandschützer seien rasend schnell vor Ort gewesen, lobt Gert Schlegel, Ortsbürgermeister und direkter Nachbar. „Kaum war die Sirene verklungen, war die Feuerwehr schon da“, so Schlegel. Durch einen glücklichen Umstand, verrät Wernigerodes Feuerwehrchef Matthias Treuthardt. Kurz davor seien die Kameraden ins Harzklinikum gerufen wurden – zu einem Fehlalarm, wie sich herausstellte. „Wir konnten gleich weiter fahren“, so Treuthardt.

Bewohner rettet sich selbst nach draußen

Als die Brandschützer am Einsatzort eintrafen, standen das Obergeschoss und ein Teil des Dachstuhls bereits im Flammen. Der Bewohner, ein 62-Jähriger Mann, hatte sich selbst nach draußen gerettet. „Weil zuerst nicht klar war, ob sich weitere Personen im Haus befinden, sind wir mit drei Trupps unter schwerem Atemschutz rein“, so Wernigerodes Vize-Stadtwehrleiter Marco Söchting gegenüber der Volksstimme. Dieser Verdacht habe sich nicht bestätigt.

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14 Feuerwehrfahrzeuge und mehr als 70 Wehrleute drängten sich alsbald in der engen Durchfahrtsstraße. Nicht nur aus Wernigerode und den Ortsteilen Benzingerode, Silstedt und Minsleben waren die Kameraden herbeigeeilt, sondern auch aus den Nachbarorten Derenburg und Heimburg.

Offene Flamme als Brandursache

Gegen 22.30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten zogen sich laut Matthias Treuthardt noch bis weit nach 1 Uhr morgens hin. Ein Teil des Dachgiebels musste abgerissen werden, weil die Gefahr bestand, dass das Feuer wieder aufflammt. Am Montag seien die Brandschützer nochmals in Benzingerode gewesen, um nachzukontrollieren und aufzuräumen, so Treuthardt, der sich in dem Zusammenhang bei allen Einsatzkräften bedankt.

Der 62 Jahre alte Bewohner, der sich ambulant wegen Rauchgasvergiftung behandeln lassen musste, fand inzwischen Quartier im Übergangswohnheim der Stadt Wernigerode.

Was die Brandursache betrifft, deutet einiges auf Eigenverschulden hin. Kriminaltechniker hätten das Haus am Montag untersucht, so Polizeisprecher Uwe Becker. Die Experten würden von „unsachgemäßem Umgang mit offenem Licht“, wie beispielsweise einer Kerze oder einem Teelicht, ausgehen, so Becker. Der entstandene Schaden kann derzeit noch nicht beziffert werden.