Brandschutz

Feuerwehr Minsleben: Neues Gerätehaus wird deutlich teurer für Wernigerode

Trotz Corona – die Bauarbeiten am neuen Domizil für Minslebens Brandschützer gehen voran. Allerdings sind die Umbauarbeiten deutlich teurer als geplant.

Von Ivonne Sielaff 11.07.2021, 15:35
Noch bis Ende 2021 Baustelle: Dort wo einst Treppen gebaut wurden, sollen in einigen Monaten Minslebens Brandschützer einziehen. Die leerstehende Werkshalle wird zum modernen Feuerwehr-Gerätehaus umgebaut.
Noch bis Ende 2021 Baustelle: Dort wo einst Treppen gebaut wurden, sollen in einigen Monaten Minslebens Brandschützer einziehen. Die leerstehende Werkshalle wird zum modernen Feuerwehr-Gerätehaus umgebaut. Foto: Ivonne Sielaff

Minsleben/Wernigerode - „Wir haben große Hoffnung, dass wir dieses Jahr noch umziehen können.“ Minslebens Feuerwehrchef Frank Siedenberg ist zuversichtlich, und die Bauleute sind es auch. Seit gut einem Jahr wird am Ortseingang des Wernigeröder Ortsteils gebaut. Lange stand die alte Werkshalle dort leer – war ungenutzt. Das soll sich bald ändern. Die einstige Treppenbaufirma wird umgebaut – in ein neues Domizil für Minslebens Brandschützer.

Und viel wurde in den vergangenen Monaten geschafft, wie Bauplaner Burkhard Spormann im Gespräch mit der Volksstimme informiert. Sehr aufwendig seien die Abbrucharbeiten gewesen. „Da war viel Beton unter dem Fußboden – Schächte und Rohrleitungen. Das haben wir alles abgerissen.“ Auch Glaselemente wie Fenster und Lichtkuppeln kamen raus.

Die offenen Flächen seien zugemauert und mit neuen Öffnungen für Fenster, Türen und Tore versehen worden. Ein neuer Kiesunterbau und eine Bodenplatte waren ebenfalls notwendig, so Spormann. Ebenfalls die komplette Erneuerung des Daches. Bei einer Prüfung hatte sich nämlich gezeigt, dass die alte Bitumenbahn verschlissen und die Dämmung viel zu gering war. Abgeschlossen sind bereits die Maurer- und Putzarbeiten sowie und die Installation der Haustechnik im Inneren.

Umzug ist für Ende 2021 geplant

Was nun folgt, sind unter anderem der Einbau der Feuerwehrtore und die Verlegung der Estrichschicht auf dem Fußboden, Fliesen-, Maler- und Tischlerarbeiten, die Installation der Sanitäranlagen sowie die Gestaltung der Außenanlagen und Parkplätze. „Was uns im Moment Probleme bereitet, ist die Fassade“, sagt Spormann. Der Dämmstoff sei gerade nicht lieferbar.

Der Umbau sei eine „große Herausforderung für alle Beteiligten“, schätzt der Bauplaner ein. Ein bestehendes Gebäude umzugestalten und einer neuen Nutzung zuzuführen, berge oftmals Hindernisse, die man nicht vorher einkalkulieren könne. Aber es sei nun mal der Wunsch der Feuerwehrleute gewesen, dass hier ihr neues Gerätehaus entstehe. Trotz der Schwierigkeiten rechnet Spormann mit einem Abschluss aller Arbeiten noch in diesem Jahr. „Das ist unser Ziel.“

Deutlich übers Ziel hinausgeschossen sind indes die Kosten für das Bauprojekt, so dass die Stadtverwaltung schon zum zweiten Mal finanziell nachlegen muss.

Kosten steigen auf 1,87 Millionen Euro

So wurde bereits im November 2020 mit 200.000 bis 300.000 Euro Mehrkosten kalkuliert. Jetzt sollen noch einmal 350.000 Euro draufkommen. Gründe für die Mehrkosten sind laut Stadtverwaltung unter anderem die steigenden Preise in der Baubranche. So sind Baumaterialen bedingt durch Lieferengpässe deutlich teurer geworden.

Auch die Dacherneuerung, die Umverlegung der Hausanschlüsse, die Verbesserung des Baugrunds sowie Honoraranpassungen hätten zu Mehrausgaben geführt. Die Gesamtkosten werden aktuell auf 1,87 Millionen Euro kalkuliert - vorausgesetzt der Stadtrat gibt am 15. Juli grünes Licht für die Mehrausgabe. Davon ist aber auszugehen, wie die Diskussionen in den Fachausschüssen gezeigt haben. Als man sich damals für eine Sanierung entschieden habe, sei doch klar gewesen, dass es am Ende teurer wird, so Bauausschusschef Matthias Winkelmann (CDU). „Da können wir diskutieren und uns im Kreis drehen. Es muss gemacht werden. Also was solls.“ So sahen es die meisten seiner Ausschusskollegen im Bau- und im Finanzausschuss. Sie sprachen sich mehrheitlich für die „Überplanmäßige Ausgabe“ aus.

Minslebens Brandschützer wird es freuen. Für sie geht mit dem Umzug Ende 2021 ein langgehegter Traum in Erfüllung. Ihr altes Domizil am Krugberg ist viel zu klein für Fahrzeuge und Kameraden. Die Zustände in dem über 100 Jahre alten Gebäude sind teils unzumutbar. Es gibt keine Duschen, keinen Schulungsraum, keinen Bereich für die Jugendfeuerwehr, nur eine Toilette und ein kleines Waschbecken. Zudem hat das Gerätehaus etliche Sicherheitsmängel. Deshalb machten sich die Kameraden jahrelang für ein neues Domizil stark. Ihr Wunsch ist nun zum Greifen nah.

Im Inneren des Gebäudes am Ortseingang von Minsleben hat sich schon viel getan. Die Maurer- und Putzarbeiten sind bereits abgeschlossen.
Im Inneren des Gebäudes am Ortseingang von Minsleben hat sich schon viel getan. Die Maurer- und Putzarbeiten sind bereits abgeschlossen.
Foto: Ivonne Sielaff