Derenburg l Freitagabend, 19.55 Uhr. Der junge Pianist Philipp Kunert spielt hingebungsvoll Diabellis dritte Sonate, als ein Dutzend Funkempfänger schrill das klassische Stück unterbrechen. Mitten im Festakt zur 130-Jahr-Feier der Derenburger Feuerwehr im Saal des „Weißen Adler“ wird es für die Aktiven ernst: Zwischen Benzingerode und der Glashütte ist die Straße nach einem Gewitterguss überflutet. Binnen weniger Minuten sind die Derenburger Kameraden vor Ort, befreien die Fahrbahn von den Schlamm-Massen.

In diesem Moment wird jedem im Saal bewusst, dass die Grußworte und Redebeiträge von Landrat Martin Skiebe, Bürgermeister Heiko Breithaupt (beide CDU) und Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse keine Worthülsen sind, wenn sie davon sprechen, wie wichtig die Feuerwehr für die Gesellschaft ist. „Wenn wir sehen, was in den vergangenen 130 Jahren passiert ist“, erinnerte Skiebe an zwei Weltkriege, an eine friedliche Revolution und viele gesellschaftliche Veränderungen. „In all diesen Jahren gab es eine Konstante: die Feuerwehren“, sagte er. Gleichzeitig betonte er, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass sich Menschen für andere engagieren. Deshalb dankte er den Kameraden für ihren Einsatz und besonders für ihre Nachwuchsarbeit.

Und dass diese Arbeit Früchte trägt, bewiesen die „Löschzwerge“ nicht nur mit ihrem Auftritt beim Festprogramm, sondern auch beim Tag der offenen Tür tags darauf auf dem Schulhof. Dort gab es Spiel und Spaß für jung und alt, eine Ausstellung zur Wehr-Geschichte, eine Technikschau und Vorführungen zum Retten von Personen.

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Doch auch an diesem Vormittag blieb es für die aktiven Kameraden nicht nur beim Schauprogramm. Ein anonymer Anrufer meldete wiederholt einen Wohnungsbrand und sorgte damit für einen kurzzeitigen Einsatz. Bis zum Abend, wo im Freibad mit vielen Freunden und Angehörigen zu Live-Musik von „Esel and friends“ gefeiert wurde, war der Ärger über den neuerlichen Notruf-Missbrauch für ein paar Stunden ausgeblendet.