Wernigerode l Ein Vegetationsbrand in den Bergen südwestlich von Wernigerode hat die Feuerwehr fast sechs Stunden lang in Atem gehalten. Schwierig sei es bei dem Einsatz am Dienstnachmittag, 26. Mai, vor allem gewesen, das Feuer zu orten, berichtet Marco Söchting. Wie der stellvertretende Stadtwehrleiter erläutert, wurden gegen 15 Uhr zunächst die hautpberufliche Wachbereitschaft und die Schierker Wehr zu einer Rauchentwicklung in Richtung „Forsthaus Drei Annen“ geschickt.

„Dort war aber nichts von einem Brand zu sehen“, sagt Söchting. Mit Unterstützung des Waldbrandschutzbeauftragten Carsten Brett und der Freiwilligen Feuerwehr Wernigerode wurde schließlich über den Glashüttenweg das Gebiet bis zum Brocken durchkämmt. „Dabei meldeten immer wieder Anrufer der Rettungsleitstelle Harz einen Waldbrand“, so der Vize-Stadtwehrleiter weiter. Hilfe bei der Suche kam auch von Dietrich Kramer, Jagd- und Forstaufseher im Fürstenwald bei Hasserode, und einem seiner Jäger.

Letzterer konnte laut Brett schließlich den Brandort genau orten: Am Hang des Kantorkopfs standen rund 600 Quadratmeter Waldboden in Flammen. „Mithilfe einer Drohne hätten wir das Feuer weitaus schneller gefunden“, erläutert Söchting.

Löschtanks im Pendelverkehr

Am „Forsthaus Hanneckenbruch“ nahe der Holtemme bauten die Einsatzkräfte schließlich eine Wasserentnahmestelle auf. So konnten die im Pendelverkehr fahrenden Tanklöschfahrzeuge mit ausreichend Wasser versorgt werden. „Letztendlich konnte der Brand mit drei Rohren zügig unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden“, berichtet Marco Söchting weiter.

Gegen 20.45 Uhr beendeten die Feuerwehrleute ihren Einsatz. Insgesamt beschäftigte der Waldbrand 38 Einsatzkräfte – darunter die Wehr aus Minsleben. Die Kameraden aus dem Ortsteil stellten für die Dauer des Einsatzes im Wald den Stadtschutz für Wernigerode sicher, um in weiteren Notfällen eingreifen zu können.

Ab Donnerstag, 28. Mai, gilt im Landkreis Harz wieder die Waldbrandwarnstufe drei – „mittlere Gefahr“, ergänzt Carsten Brett. Bis zum Mittwoch war noch die Stufe zwei – „geringe Gefahr“ – aktuell, so der zuständige Beauftragte vom Betreuungsforstamt Harz.