Minsleben l „Es wird Zeit - Zeit für das neue Feuerwehrgerätehaus.“ Frank Siedenbergs Worte sind eindringlich. Nach der andauernden Hängepartie habe es kurz vor Weihnachten endlich gute Nachrichten gegeben, so der Ortschef von Minslebens Feuerwehr: die Baugenehmigung. Diese ließ monatelang wegen einer fehlenden Eintragung ins Baulastenverzeichnis auf sich warten.

„Gräben taten sich auf, Hürden wuchsen in den Himmel“, so Siedenberg. „Zwischenzeitlich sah es schon mal ziemlich düster aus.“ Die Minslebener hätten langen Atem bewiesen, der ihre Hoffnung auf ein neues Gerätehaus am Leben gehalten habe. Vor wenigen Tagen hätten sich alle am Bau Beteiligten zu einer Beratung getroffen. Der Baustart sei für Mitte 2020 geplant. „Jetzt gilt es, weiter zu hoffen, dass die Planer gut vorankommen und sich Firmen an der Ausschreibung beteiligen“, so der Ortswehrleiter. Der geplante Umzugstermin im April 2020 sei nicht mehr zu halten. „Aber vielleicht wird es dann was zum April 2021.“

Das neue Domizil der Feuerwehr und die Verzögerungen im Vorfeld waren das große Thema bei der Jahreshauptversammlung der Brandschützer. „Wir können uns immer auf die Feuerwehr verlassen“, sagte Wernigerodes Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht (CDU). „Aber die Kameraden müssen sich auch auf uns verlassen können.“ Albrecht an die Stadtverwaltung gerichtet: „Bürokratie muss sein, aber nicht mehr als notwendig.“ Sein Wunsch sei es, dass das Gerätehaus nun zügig fertig gestellt werde.

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Hoffen auf Baustart

Auch Wernigerodes pensionierter Ordnungsdezernent Volker Friedrich meldete sich zu Wort. Wie es sein kann, dass die Prüfung einer Baulast so lange dauert, das frage man sich von außen. Selbst er als ehemaliger Insider könne nur mit dem Kopf schütteln.

Minslebens Bürgermeister Andreas Hellwig (parteilos) versicherte, alles Erdenkliche dafür zu tun, damit die Kameraden ein „vernünftiges Domizil“ bekommen, ebenso wie Ordnungsamtschefin Anja Münzberg. In der nächsten Sitzung des Finanzausschusses, wolle sie sich dafür einsetzen, dass das erforderliche Geld wie geplant in den Haushalt eingestellt wird. Sie hoffe dabei auf Unterstützung des Stadtrats. „Zusammen müssen wir möglich machen, dass dieses Haus endlich gebaut wird.“

34 Mal Fehlalarm

Dass die Minslebener in Sachen Brandbekämpfung eine sichere Bank für die gesamte Stadt sind, beweist der Blick auf das vergangene Jahr. „Insgesamt 61 Einsätze“, bilanzierte Ortswehrchef Siedenberg. „Wieder ging der Trend nach oben. Nachdem wir 2018 das erste Mal in den Fünfzigern landeten, nun also schon über 60.“ Die Kameraden unterstützten unter anderem bei 14 Bränden sowie acht technischen Hilfeleistungen.

Der größte Einsatz sei laut Siedenberg der Brand in dem spanischen Restaurant in Wernigerode gewesen. Einige Kameraden hätten dafür sogar ihre Arbeitsstellen in Goslar und Braunschweig verlassen. „Das bedeutet zwar einen gewissen Verzug. Aber es zeigt sich, dass bei solch großen Einsätzen auf uns Verlass ist.“

Ärgerlich seien 34 Fehlalarme gewesen, zu denen die Minslebener gerufen wurden. „Kurz und bündig: Das nervt und die Motivation ist im Keller“, so der Wehrleiter. Dennoch: Auch wenn es lästig sei. Jeder Alarm einer Brandmeldeanlage sei ernst zu nehmen. „Und ich danke allen, die immer wieder mit auf der Matte stehen.“

Ein Wechsel kündigt sich indes bei Minslebens Jugendfeuerwehr an. Jugendwart Torsten Friedrich verriet, dass er sich eine Deadline bis 2022 gesetzt habe. Dann wolle er sein Amt zur Verfügung stellen. „Es wäre schön, wenn sich bis dahin jemand findet, der diesen Posten übernimmt.“