Elbingerode l Für Verwunderung hat eine größere Anzahl von Polizeifahrzeugen schon am Montagmorgen in Elbingerode gesorgt. Leute blieben stehen, rätselten. Manche munkelten etwas von einer Bombe. Wie sich bald herausstellte, zu Recht. Denn eine Bombe war tatsächlich der Grund für den ungewöhnlichen Einsatz.

"Das war genau richtig", betont Oberharz-Ordnungsamtsleiter Roland Krebs und lobt die Wanderer. Das rostige Teil stellte sich nach der Freilegung als Fliegerbombe englischen Fabrikats aus dem Zweiten Weltkrieg heraus, 125 Kilogramm schwer. Wegen der anbrechenden Dunkelheit am Sonntag sei es für eine sofortige Sperrung des Gebiets zu spät gewesen, hieß es weiter. Deshalb startete der Großeinsatz gleich am Montagmorgen.

Evakuierung im Areal

Rund hundert Angehörige der Bereitschaftspolizei, des Kampfmittelbeseitigungsdienstes und aus dem Polizeirevier Harz gingen daran, das Areal rund um die Bombe in einem Sicherheitskreis von etwa einem Kilomete zu evakuieren und zu sperren, teilte Grit Merker, Polizeioberkommissarin und Sprecherin des Technischen Polizeiamtes in Magdeburg, mit.

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Der Großeinsatz unter der Leitung von Polizeihauptkommissar Thomas Springer war nötig, weil etliche Wanderwege und die Straße von Elbingerode nach Drei Annen Hohne durch das von der Bombe gefährdete Areal verlaufen. Sie alle galt es zu sperren, Fahrer und Wanderer zu evakuieren. Insgesamt 27 Personen und zwei Fahrzeuge wurden aus der Gefahrenszone gebracht, wie Michael Fricke vom Polizeirevier Harz am Abend mitteilte. Um alle Personen aufzuspüren, sei auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz gewesen.

Außerdem standen zahlreiche Feuerwehrleute aus der Region in Elbingerode nahe dem Mutterhaus in Bereitschaft für den Ernstfall, den alle ausschließen wollten. Der Hubschrauber mit Spezialkamera flog Kreise, um zu sichern, dass sich kein Wanderer zufällig in Richtung Bombe bewegt oder unentdeckt ein Brand entsteht.

Sprengen statt entschärfen

Am Montagnachmittag wurde auch ein Versuch unternommen, die Bombe zu entschärfen. Das wurde verworfen, um 16.40 Uhr erschütterte die Explosion das Areal und war in Elbingerode und weit darüber hinaus zu hören. Noch am Hirschbrunnen, dem Einsatzzentrum, bemerkten Beobachter die Druckwelle an flatternden Hosenbeinen. Die Bombe war sauber gesprengt. Ab 17.05 Uhr wurden Straßen und Wege wieder freigegeben.