Tanne l Zahlreiche Wanderer aus nah und fern sind von Harzklub-Präsident Oliver Junk am Sonntag, 22. Mai 2016, auf dem sonnenüberfluteten Festplatz in Tanne begrüßt worden. Sie würdigten das Jubiläum „Zehn Jahre Harzer Grenzweg“.

Die gut 90 Kilometer dieser Strecke von Rhoden bis Tettenborn (siehe Kasten rechts) seien heute ein beliebtes Wanderangebot, brächten Wanderern schöne Natur und Geschichte gleichermaßen nahe, betonten sowohl Junk als auch weitere Redner. Oberharz-Bürgermeister Frank Damsch (SPD) dankte allen, die zum Zustandekommen des Weges und zu seiner Pflege beigetragen haben und beitragen. Harzkreis-Landrat Martin Skiebe (CDU) nannte die ehemalige deutsch-deutsche Grenze eine Wunde, die dank der Arbeit vieler Harzer geschlossen und zu einem touristischen Magneten wurde. Die Trachtengruppe Benneckenstein präsentierte Harzer Folklore, und die Vertreter von insgesamt 22 Harzklub-Zweigvereinen zwischen Ballenstedt und Braunschweig sowie Unterstützer des Grenzweges erhielten Ehrenwimpel.

Initiator Brocken-Benno feiert 84. Geburtstag

Besonders geehrt wurde zudem „Brocken“-Benno Schmidt aus Wernigerode als Initiator des Grenzweges. Er feierte zugleich seinen 84. Geburtstag und ließ deshalb mal eine Brockentour aus, wie er sagte. Seine 7889. Bergtour stehe nun an.

Zehn Jahre Harzer Grenzweg

Tanne (bfa) l Mit der Vergabe von Wimpeln an 22 Harzklub-Zweigvereine und viele Unterstützer des Projektes seit 2006 erreichte das Fest "10 Jahre Harzer Grenzweg" in Tanne, Stadt Oberharz, seinen Höhepunkt.

  • Höhepunkt des Jubiläumsfestes. Foto: Burkhard Falkner

    Höhepunkt des Jubiläumsfestes. Foto: Burkhard Falkner

  • Zahlreiche Wandergruppen besuchten zum Jubiläum das Freilichtgrenzmuseum Sorge - Es sind originale Anlagen aus DDR-Zeit mit Kolonnenweg und Grenzturm. Foto: Matthias Bein

    Zahlreiche Wandergruppen besuchten zum Jubiläum das Freilichtgrenzmuseum Sorge - Es sind ori...

  • Sorge Bürgermeisterin Inge Winkel (parteilos), zugleich Vorsitzende des Vereins Grenzmuseum Sorge, erläutert Besuchern die Grenzanlagen aus DDR-Zeiten. Foto: Matthias Bein

    Sorge Bürgermeisterin Inge Winkel (parteilos), zugleich Vorsitzende des Vereins Grenzmuseum ...

  • "Brocken"-Benno Schmidt mal nicht auf dem Brocken, sondern Sonntag mit Frau Helga beim Fest in Ta...

  • Die neue Schutzhütte Hütte am Jägerfleck bei Benneckenstein ist eingeweiht. Sie wurde von neun Rotary-Clubs aus nah und fern möglich gemacht und heißt „Hermann-Kerl-Hütte

    Die neue Schutzhütte Hütte am Jägerfleck bei Benneckenstein ist eingeweiht. Sie wu...

  • Der ehemals jüngste Grenzkommandant von Sorge, Frank Lorenz links), führte am Sonntag zum 10-jährigen Bestehen des Grenzwanderwegs interessierte Besucher durch seine frühere Wirkungsstätte bis mit zum

    Der ehemals jüngste Grenzkommandant von Sorge, Frank Lorenz links), führte am Sonntag z...

  • Harzklub-Präsident Oliver Junk (Oberbürgermeister von Goslar) begrüßt eine Kindergruppe aus Hahnenklee-Bockswiese in Tanne. Die Kinder verleben eine Freizeit dort und feierten „10 Jahre Grenzweg

    Harzklub-Präsident Oliver Junk (Oberbürgermeister von Goslar) begrüßt eine Ki...

  • Vertreter von 22 Harzklub-Zweigvereinen von Ballennstedt über Halberstadt, die Oberharzorte und weiter bis Braunschweig scheuten nicht den Weg nach Tanne und wurden mit einem Ehrenwimpel belohnt. Foto: Burkhard Falkner

    Vertreter von 22 Harzklub-Zweigvereinen von Ballennstedt über Halberstadt, die Oberharzorte ...

  • Die Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel in Tanne wurde rege genutzt. Es gibt auf dem Harzer Grenzweg 20 reguläre Stempel und ein Sonderabzeichen zu erwandern. Foto: Burkhard Falkner

    Die Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel in Tanne wurde rege genutzt. Es gibt auf dem Harze...

Begonnen hatte das Fest „Zehn Jahre Harzer Grenzweg“ zuvor am Jägerfleck und in Sorge. Es sei ein Betrieb auf dem Grenzweg gewesen wie lange nicht, sagten einige hocherfreut. Über 20 Wandergruppen hatten sich dazu schon früh auf den Weg gemacht.

Schutzhütte am Jägerfleck

Am Jägerfleck bei Benneckenstein, an dem am 13. Mai 2006 der Grenzweg eröffnet worden war, wurde eine neue Schutzhütte eingeweiht. Neun Rotary-Clubs von Goslar bis Brandenburg-Köthen haben den Aufbau ermöglicht, wie Frank Diesener, Rotarier-Präsident in Wernigerode, berichtete. Zur Einweihung waren gegen 8 Uhr Wanderer auch aus Saalfeld und Leipzig vor Ort. Die neue Hütte wurde nach Hermann Kerl benannt, dem Harzklub-Hauptvorsitzenden von 1958 bis 1983 und früheren Präsidenten der Rotary-Clubs Clausthal-Zellerfeld.

Das Grenzmuseum Sorge war ein weiterer Anlaufpunkt der Festgäste. Dokumentiert es doch jene Geschichte, die dem Grenzweg seinen Namen gab.

Ex-Grenzkompaniechef als Wanderleiter

Sowohl Sorges Bürgermeisterin Inge Winkel (parteilos), die zugleich Vorsitzende des Vereins „Grenzmuseum Sorge“ ist, als auch der einstige Grenzkompaniechef Frank Lorenz führten Wandergruppen und interessierte Besucher durch die zum Teil noch originalgetreuen Grenzanlagen mit Turm, Kolonnenweg und Grenzzaun sowie Hundelaufanlage.

„Für uns ist das alles Geschichte und soll nie wieder geschehen,“ sagte Inge Winkel und verwies darauf, dass bei aller Wanderfröhlichkeit und Freude über die schöne Natur der Harzer Grenzweg auch eine Mahnung sei: „Bei uns liegt eine Kalaschnikow-Maschinenpistole im Museum“, sagte sie. Doch an vielen Stellen in der Welt werde gerade mit so einer Waffe heutzutage viel Unheil und Leid angerichtet.

Das Jubiläumsfest klang mit Folklore und einem gemütlichen Beisammensein aus.