Stapelburg l Für die Stapelburger Gastgeber der Festveranstaltung zur Grenzöffnung war es die Überraschung schlechthin, als ohne vorherige Ankündigung der Wernigeröder Steinmetz Manfred Hellmund um das Wort bat. Wenig später hatte er ein Mikrofon in der einen und einen flachen rechteckigen Gegenstand in der anderen Hand.

Das geheimnisvolle Rechteck erwies sich kurz darauf als ein Gemälde. Geschaffen hatte es der inzwischen verstorbene Stapelburger Hobbymaler Manfred Arndt. 1989 soll das Bild entstanden sein, und es zeigt zwei Menschen, die aufeinander zugehen und sich die Hand geben. Arndt hat auf diese Weise die Öffnung der Grenze für sich interpretiert. Und genau dieses Motiv bildete die spätere bildliche Vorlage für das noch heute stehende Grenzdenkmal im Eckertal.

Bevor das Denkmal geschaffen und eingeweiht wurde, bekam der Wernigeröder Manfred Hellmund das Gemälde in die Hand. Er hatte als Steinmetz den Auftrag erhalten, für einen entsprechenden Findling zu sorgen und ihn so zu bearbeiten, dass er die stabile Basis des eigentlichen Denkmals bildete. „Man gab mir damals das Bild, und ich machte mich auf die Suche nach einem Stein“, sagte Hellmund. Dieser wurde dann auch bald gefunden, aber an das Bild erinnerte sich all die Jahre niemand mehr so richtig. Manfred Hellmund hat inzwischen seinen Betrieb an seine Kinder übergeben und sich weitestgehend zur Ruhe gesetzt. Bei der Durchsicht alter Papiere fiel ihm vor kurzem das Manfred-Arndt-Gemälde wieder in die Hände.

Bilder

Hellmund entschloss sich sofort, es den Stapelburgern zurückzugeben. „Der 30. Jahrestag der Grenzöffnung war dazu ein würdiger Anlass, denn nun ist der Denkmalsentwurf wieder dort, wo er hingehört“, sagt Hellmund.

Ortsbürgermeiser Detlef Winterfeld (SPD) sowie Manuel Dammann und Sven Müller vom Vorstand des Heimatvereins nahmen das Bild dankend entgegen. „Wir haben schon einige Zeit gerätselt, wo das Bild geblieben sein könnte“, so der Ortschef. Da aber in Stapelburg niemand etwas Genaues wusste, sei angenommen worden, dass es abhanden gekommen sei. „Um so erfreuter waren wir, als uns Manfred Hellmund nun das Original wieder überreichte. Der Heimatverein wird es in seinen Fundus übernehmen und ihm sicher einen Ehrenplatz in der Heimatstube zuweisen“, sagt Winterfeld.