Wernigerode l Im Wernigeröder Busstreit suchen die Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) eine Lösung gemeinsam mit der Stadt. Wie Rathaussprecher Tobias Kascha mitteilt, gibt es eine Begehung mit Tiefbauamt, Ordnungsamt und HVB an der Haltestelle an der Kopernikusstraße am 28. Mai.

Angefangen hatte alles mit einem Hinweis der Volksstimme-Leserin Edelgard Sander, dass der Bus an der Haltestelle Kopernikusstraße für sie als Frau mit Handicap zu weit weg hielt. HVB-Geschäftsführer erläuterte, dass an dieser Stelle der Winkel nicht weit genug ist, damit die Busfahrer unbesorgt nah an die Haltestelle fahren können. Das Problem sei außerdem an dieser Stelle in der Burgbreite, dass Autofahrer ihre Fahrzeuge, dem Platzmangel geschuldet, in der Nähe der Haltestelle parken. Daran könne die HVB selbst erst einmal wenig ändern, sagte Smith.

Betriebsleiter Hans-Jürgen Päselt hat sich das Problem einmal genauer angeschaut, und ist zu folgendem Schluss gekommen: „So, wie der Anfahrtswinkel jetzt liegt, ist es den Busfahrern nicht zu verdenken, dass sie nicht immer dicht genug an die Kante fahren“, erklärt er.

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Termin an Haltestelle

Im Fall dieser Haltestelle ist die Stadt Wernigerode zuständig. Deshalb hat sich Päselt dafür eingesetzt, dass Ende Mai der Termin mit der Verwaltung stattfindet.

Die Seniorenvertretung Wernigerode hatte sich eingeschaltet, Senioren mit ähnlichen Problemen zu unterstützen. „Wir wollen diese Geschichte voran treiben“, sagt Hartmut Unger, der neue zweite Vorsitzende der Seniorenvertretung Wernigerode. „Wir wollen klarstellen, dass wir Senioren nicht nur für die Kultur zuständig sind.“

Nach der Berichterstattung der Volksstimme hatten die Senioren sehr gemischte Rückmeldungen von Bürgern bekommen. Manche Busfahrer seien in der Tat sehr vorbildlich, und helfen Menschen mit Handicap. An der besagten Haltestelle in der Kopernikusstraße gibt es aber immer wieder Probleme. „Behindertengerecht ist die Haltestelle schon“, erklärt Päselt, „es gibt dort die vorgeschriebenen Rillen für Sehbehinderte.“

Problem für Mercedes-Busse

Das Problem sei jedoch so gelagert: „Wir haben verschiedene Fabrikate bei unseren Bussen. Durch die Zuspitzung des Winkels an der Haltestelle setzen die Mercedes-Busse schneller auf dem Bordstein auf. Der Fahrer zuckt dann zusammen“, erklärt Päselt die Situation genau

„Außerdem steht der Haltestellenmast dann zu dicht am Bus. Der Fahrer fährt deshalb nicht direkt an den Bordstein heran. Es ist also keine böse Absicht der Busfahrer“, führt er weiter aus.

Wenn dann noch Falschparker trotz Parkverbot an diesem Bushalt stehen, sei es noch schwieriger. Deshalb wird sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit der HVB Haltestellen der Citybus-Linie ansehen. „Eventuelle Probleme sollen begutachtet und anschließend beantwortet werden“, so Kascha.

Schulungen für Busfahrer

„Wenn unsere Ansprechpartner auf unserer Seite sind, dann kann eine Änderung an der Haltestelle schnell umgesetzt werden“, gibt sich Päselt zuversichtlich. „Letztendlich stehen hier Stellplätze gegen den Einfahrtwinkel“.

Dass es jedoch trotz der vorwiegend baulichen Probleme auch einzelne Busfahrer gibt, die wenig Rücksicht auf Behinderte, Senioren und Menschen mit Kinderwagen gibt, verschweigt Geschäftsführer Björn Smith nicht:„Hier wird das Ergebnis sein, die Schulungen zu intensivieren“, so sagt er. Weitere Probleme, die zur Seniorenvertretung gelangten, wie zum Beispiel, dass in Wernigerode einige Haltestellen ohne Dach sind, sollen bei der Begehung in Angriff genommen werden.