Schierke l Schierkes Kurpark wird sehr viel lichter. Nach einer Begehung durch Mitarbeiter des Wernigeröder Stadtbetriebsamtes steht fest: Etwa 100 Fichten müssen dort gefällt werden.

„Zu groß ist die Gefahr, die von den Bäumen ausgeht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Die Bäume würden die Sicherheit im unteren Teil des Kurparkes, rund um den Kinderspielplatz und an den Wanderwegen gefährden. Deshalb werden nun alle Fichten gefällt, auch die augenscheinlich noch grünen Bäume. „Diese sind ebenfalls vom Borkenkäfer befallen und werden leider durch rasch nachlassende Vitalität kurz- bis mittelfristig absterben“, erläutert Gartenamtschefin Christiane Wichmann.

Die Fällungen beginnen am Montag und werden voraussichtlich am 25. November abgeschlossen sein. Währenddessen sind im Kurpark Bothoweg, Marienweg, Apothekerweg, Fußweg an der Arena sowie die Zuwegung Barenberg gesperrt.

Waldsterben oder Waldwandel im Harz?

Wernigerode (vs) l Die Folgen des Klimawandels sind im Harz unübersehbar - wo rund um Wernigerode einst dichte Fichtenwälder standen, ist heute eine grau-braune Ödnis. Doch es gibt auch Chancen.

  • Am Abzweig Bürgerarm bei Wernigerode soll es die Natur selber richten. Hier wird nicht nachgepflanzt. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Blick ins Bremker Loch - das Tal bei Wernigerode wurde 2020 kahl geschlagen.. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Keine Bäume, neue Ausblicke - Volker Friedrich (von links), Heidi Cabak und Herbert Riemeier vom Wernigeröder Harzklub bei ihrer Tour durch den Harzwald zwischen Hasserode und Drei Annen Hohne. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Die Preise für Holz sind im Keller - zum Verdruss der Harzer Waldbesitzer. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Fraßspuren des Borkenkäfers in einem Stück Fichtenrinde. Foto: Ivonne Sielaff

    Fraßspuren des Borkenkäfers in einem Stück Fichtenrinde. Foto: Ivonne Sielaff

Fußgänger werden gebeten, den Weg über den Kirchberg sowie die Brücke am Hotel „Bodeblick“ zu nutzen. Die Hauptwege sollen direkt nach der Fällaktion von den Mitarbeitern des Bauhofs hergerichtet werden. „Je nach Zustand kann es zu Behinderungen beziehungsweise Beeinträchtigungen kommen“, informiert Bauhofchef Torsten Friedrich. Für jeden Weg werde entschieden, ob er ausgebessert oder grundhaft ausgebaut werden muss. Die Wegebeziehungen im Kurpark sollen je nach Zustand spätestens im Frühjahr wieder hergerichtet oder neu angelegt und gestaltet sein. Der Ausweichparkplatz „Schulhof“ müsse als Lagerplatz für das Holz genutzt werden.

Nach der Fällaktion werde der Kurpark „nicht völlig kahl“, sein, informiert die Verwaltung weiter. Der Schutz der verbliebenen Laubbäume habe nun oberste Priorität.

„Dieser massive Eingriff bietet auch Chancen für die Zukunft des Parks“, heißt es von Stadtbetriebsamtsleiter Tobias Kascha. Nach der großflächigen Entnahme der Fichten würden sich interessante Perspektiven ergeben, die den Schierker Kurpark in einem neuen Licht erscheinen lassen, so Kascha.