Kanzlerkandidatur

Harzer CDU: Laschet muss sich beweisen

Die Harzer CDU akzeptiert die Entscheidung für Armin Laschet, obwohl sie zunächst Friedrich Merz favorisierte. Jetzt gilt ihr Blick der Landtagswahl.

Von Ivonne Sielaff
Die CDU-Mitglieder im Harz erwarten von ihrem Parteivorsitzenden Armin Laschet, dass er sich als Kanzlerkandidat beweist. Foto: Michael Kappeler/dpa

Harzkreis. Die Würfel sind gefallen. Armin Laschet (CDU) geht als Kanzlerkandidat für die CDU/CSU ins Rennen. Dem vorausgegangen war ein tagelanger Schlagabtausch mit seinem bayerischen CSU-Kontrahenten Markus Söder. Wie wurde die Entscheidung in Harzer CDU-Kreisen aufgenommen? Die Volksstimme hat nachgefragt.

„Die Harzer CDU hatte eigentlich Friedrich Merz als Kandidaten unterstützt“, sagt Ulrich Thomas, Chef der Harzer CDU. „Für uns ist deshalb interessant, wie Merz nun eingebunden wird.“ Laschet selbst müsse sich als Kandidat jetzt erst einmal beweisen. „Mir ist da nicht bang. Aber ich erwarte von ihm, dass er die ostdeutschen und Harzer Themen im Blick hat.“ Den öffentlich ausgetragenen Kampf vor der Kandidatenkür habe er nicht als negativ empfunden. „Uns wird ja immer vorgeworfen, dass wir eine Hinterzimmerpartei sind. Die letzten Tage waren ein Zeichen von gelebter Demokratie.“

Die Partei habe sich Zeit für ihre Entscheidung genommen. Dabei stand kurzzeitig auch im Raum, die Basis bei der Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. „Wir waren auf eine Urabstimmung und eine Mitgliederbefragung vorbereitet“, so Thomas. Die Entscheidung sei ihnen nun zwar vom CDU-Bundesvorstand abgenommen worden. Dennoch hätte er eine Urabstimmung begrüßt. „Wir im Harz denken sehr basisdemokratisch. Jedes Mitglied hat das gute Recht und auch die Pflicht, sich zu positionieren.“

Diskussion über Urabstimmung

Das sieht Marcus Weise, Chef der Harzer CDU-Kreistagsfraktion, genauso. „Wir sollten künftig darüber nachdenken, über gewisse parteiliche Funktionen per Ur-Abstimmung zu entscheiden. Es würde die Mitgliedschaft heben, wenn wir da mehr Mitspracherecht hätten.“ Aber: Die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten sei mehrheitlich getroffen worden. Es sei kein Geheimnis, dass der Harz hinter Merz gestanden habe, so Weise. „Wir hätten uns in diesen Zeiten jemanden mit etwas mehr Führungsqualitäten und Durchsetzungsvermögen gewünscht.“ Natürlich werde man die Entscheidung des Bundesvorstands akzeptieren. „Wichtig ist nun, dass alle hinter Laschet als Kandidaten stehen.“

Mit der Kür des Kanzlerkandidaten sei für die Harzer der Bundestagswahlkampf erst einmal abgehakt. „Zumindest vorübergehend“, so Ulrich Thomas. „Wir haben nun die Landtagswahl im Juni im Blick.“ Dafür habe Ministerpräsident Reiner Haseloff die volle Unterstützung der Harzer. „Ich sehe keinen im Landesparlament, der es besser könnte.“