Rübeland l Für den Rübeländer Harzklub-Zweigverein geht es jetzt in die Vollen. Nach der Corona-Zwangspause wird die Vereinsarbeit wieder Stück für Stück aufgenommen. Normalität ist aber noch nicht eingezogen. „Der Vorstand hat am Pfingstmontag das erste Mal seit Corona wieder zusammengesessen. Davor war es ja lange verboten“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende Florian Vaupel.

Zu besprechen gab es viel, vor allem hinsichtlich anstehender Arbeiten. „Wir hatten bis Juni schon zwei Drittel des Harzer-Hexen-Stiegs kontrolliert. Vor allem haben wir die Beschilderung überprüft, weil in diesem Jahr die erneute Zertifizierung ansteht“, informiert Vaupel. Alle drei Jahre wird das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverband verliehen. Der Harzer-Hexen-Stieg erhielt die Auszeichnung zuletzt im Dezember 2017. Zwölf des insgesamt 94 Kilometer langen Wanderweges fallen in die Zuständigkeit des Rübeländer Harzklubs.

Der Großteil des Weges sei in Ordnung gewesen. „Wir hatten nur im Bereich Neuwerk Pro­bleme mit Bäumen, die auf den Wegen lagen“, berichtet das Vorstandsmitglied. Ein anderer Harzklub habe bei einer Wanderung den gesperrten Weg bemerkt und den Forstbetrieb informiert. Mit schwerem Gerät sei die unzugängliche Stelle jedoch schwer zu erreichen, sodass wiederum der Rübeländer Harzklub um Hilfe gebeten wurde.

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Umgestürzte Bäume entfernt

„Wir haben als Vorstand die Bäume bei einem Arbeitsein­satz am vergangenen Samstag entfernt“, berichtet Florian Vaupel. Damit war auch das letzte Stück geschafft. „Im Bereich Rübeland ist der Hexen-Stieg bis auf ein paar Wegemarken jetzt wieder ohne Probleme wanderbar“, verkündet er und bedankt sich auch beim Forstbetrieb Oberharz sowie Revierförster Tom Hartung für die gute Zusammenarbeit.

Der Harzer-Hexen-Stieg beschäftigt den Harzklub aber weiterhin. Denn er soll auf Wunsch des Forstbetriebs umverlegt werden. „Wir haben laufend im Bereich des Harzer-Hexen-Stiegs mit schwerer Holzernte zu tun, setzen viel Technik ein. Um die Gefahrensituation für Wanderer oder temporäre Sperrungen zu vermeiden, haben wir uns mit dem Harzklub in Clausthal-Zellerfeld auf diese Lösung verständigt“, erklärt Revierförster Tom Hartung. „Zugleich wird er durch die Nähe zur Ortslage attraktiver.“

Wie Sandra Marquardt, Wege-Koordinatorin des Tourismusbetriebs Oberharz, beschreibt, solle der Hexen-Stieg von der Talsperre Königshütte ins Tiefenbachtälchen kommend, nicht mehr rechts über die Pastorenquelle zum Hohen Kleef führen. „Wir wollen ihn geradeaus an der Bode entlang bis zum Ortseingang Rübeland verlegen, entlang der Märtenstraße mit einem Abstecher durch den Park am Goethehaus, weiter entlang der Bode zur Bergstraße und dann wiederum rechts den Berg hinauf zum Schützenplatz“, erklärt sie. Am Hohen Kleef werde dann an die gewohnte Streckenführung angeknüpft.

Tourismusbetrieb hilft bei Beschilderung

„Das ist für den Ort auch schöner, für die Gaststätten und die Wanderer selbst, wenn sie Rast machen wollen“, meint nicht nur Florian Vaupel vom Zweigverein. „Es ergibt sich daraus ein großer Mehrwert für die Gäste. Sie finden hier ganz in der Nähe Gastronomie, Bushaltestellen oder auch die Hermannshöhle“, schließt sich Thomas Schult vom Tourismusbetrieb an.

Deshalb helfe der Eigenbetrieb auch gern bei der Umsetzung, stelle die Beschilderung inklusive Druck und Materialien. Nur die Installation vor Ort müsse der Verein selbst übernehmen. „Wir haben kein Personal, um das zu stemmen, aber wir halten für jeden Harzklub in der Oberharz-Stadt ein kleines Budget vor, um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen“, erklärt der Betriebsleiter.

Wann genau die geänderte Wegführung abgewandert werden kann, hänge noch von den Fels-Werken ab. „Ein Teil des Weges führt über Fels-Grundstück. Wir benötigen demnach die Genehmigung, dass wir Wanderer über das Grundstück führen dürfen und auch Schilder an entsprechenden Stellen anbringen dürfen“, verdeutlicht Thomas Schult. Kollegin Sandra Marquardt hat die Kommunikation übernommen. „Die Vetragsunterlagen liegen der Fels-Geschäftsführung bereits zur rechtlichen Prüfung vor“, erklärt sie.

Sobald das Okay kommt, können die Schilder laut Tourismuschef zügig bereitsgestellt werden. Die Schilder lägen bereits als Rohlinge vor, das Layout sei vorbereitet. „Wenn der genaue Standort geklärt ist, können wir sofort drucken“, sagt Thomas Schult. Lediglich einige Feinheiten wie die GPS-Daten oder die exakte Richtung der Pfeile müssten vorab noch angepasst werden.

Mitgliederversammlung steht noch aus

Zusammen mit dem Harzer Hexen-Stieg betreut der Rübeländer Harzklub ein rund 50 Kilometer langes Wegenetz. Das sei auch „ziemlich gut in Schuss“, freut sich der stellvertretende Vorsitzende Florian Vaupel und verweist dabei auf die gute Vorarbeit des langjährigen Wegewarts Ralph Ehrt. Bis auf kleinere Arbeiten wie das Reparieren einer Bank oder dem Trimmen von Rasen rund um die Schutzhütten sei derzeit nicht viel zu tun.

Das sei auch gut so, denn größere Arbeitseinsätze seien aufgrund der Corona-Einschränkungen noch nicht umsetzbar. Auch eine Mitgliederversammlung stehe noch aus. „Wir wollen das wenn möglich im Sommer nachholen und uns am Jagdhaus zum Grillabend treffen, damit wir unsere neuen Mitglieder begrüßen können. Die haben wir seit dem letzten Jahr nur auf dem Papier“, bedauert Florian Vaupel.

Denn erst im November 2019 hatte sich der Verein neu aufgestellt. Der langjährige Vorstand um Christoph Unger gab den Staffelstab an die jüngere Generation weiter. In dem Zuge sind laut Vaupel einige ältere Mitglieder ausgetreten und neue hinzugekommen. Die Arbeit im Vorstand laufe, wenn auch verstärkt über WhatsApp. „Aber die anderen Mitglieder, aktuell sind wir 22, sind ein bisschen außen vor, weil wir uns noch nicht treffen dürfen. Ich hoffe, dass wir das bald wieder dürfen.“