Casting-Show

Harzer Musiker überraschen die „Deutschland sucht den Superstar“-Jury in Wernigerode

Musik und Harz - wie gut das zusammenpasst, haben lokale Akteure der „Deutschland sucht den Superstar“-Jury bei Dreharbeiten in Wernigerode präsentiert .

Von Sandra Reulecke
Ilse DeLange und Schlagerstar Florian Silbereisen  überreichen  zwei Kindern der Wernigeröder Brauchtumsgruppe Harzer Kramms ein Autogramm.
Ilse DeLange und Schlagerstar Florian Silbereisen überreichen zwei Kindern der Wernigeröder Brauchtumsgruppe Harzer Kramms ein Autogramm. Foto: Matthias Bein

Wernigerode - Die drei Juroren nicken zustimmend. Aus dem Gesicht der jungen Frau vor ihnen weicht die Anspannung, stattdessen zeigt ihre Mimik eine Mischung aus Erstaunen und Freude. Sie jubelt, springt auf und ab, reißt die Arme in die Luft. Unübersehbar: Sie ist ihrem Traum, Deutschlands nächster Superstar zu werden, einen Schritt näher. Beim Verlassen des Glaskastens auf dem Wernigeröder Marktplatz wird sie mit tosendem Applaus begrüßt. Hunderte Schaulustige haben gespannt und mit gezückter Kamera das Vorsingen der jungen Frau verfolgt, mit ihr mitgefiebert.

So öffentlich die Castings für „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) stattfinden – mitten in der gut besuchten Wernigeröder Innenstadt – so groß wird gleichzeitig Geheimhaltung geschrieben. So gibt die Produktion aktuell keine Informationen heraus, wie viele Teilnehmer in Wernigerode vorgesungen haben oder wie viele das offene Casting am Sonntag besuchten.

Wer weiterkommt, muss Stillschweigen bewahren

Und die junge Frau, die die Juroren – Florian Silbereisen, Ilse DeLange und Toby Gad - von sich überzeugen konnte, darf ihren Erfolg auch noch nicht in die Welt hinausposaunen. „Ich habe dafür unterschrieben, dass ich bis zur Ausstrahlung der Folge nicht öffentlich sage, dass ich teilgenommen und ob ich es geschafft habe“, verrät die Sachsen-Anhalterin, die deshalb anonym bleiben muss. Keine Fotos in den sozialen Medien, keine Interviews. „Schließlich soll es ja spannend bleiben für die Zuschauer“, ergänzt sie.

Nur ein kleiner Wermutstropfen für sie. Viel zu groß sei die Freude, Anerkennung von prominenten Musikprofis erhalten zu haben. „Florian Silbereisen ist sehr, sehr sympathisch. Genauso wie im Fernsehen. Er verstellt sich null“, schwärmt sie.

Eine musikalische Überraschung, wohl ganz nach dem Geschmack des 39-jährigen Schlagersängers, hat die Jury am Freitagabend erlebt: Der Kinderchor des Vereins Harzer Kramms brachte ihr ein Ständchen – mit Volksliedern in Platt.

Andrang ganz ohne Werbung

Traditionsreich gingen ebenfalls die Dreharbeiten am Sonntagabend zu Ende. Der Silstedter Spielmannszug gab sein Können zu Gehör – und eine sichtlich gut gelaunte Jury marschierte vorneweg. Wie aus dem Umfeld der Musiker zu erfahren ist, dürfen auch sie bis zur Ausstrahlung im Januar keine Fotos und Videos der Aktion veröffentlichen, durften im Vorfeld nicht die Werbetrommel für ihren Auftritt rühren. Mussten sie gar nicht: Als sie loslegten, war der Marktplatz vor dem historischen Rathaus ohnehin mit Urlaubern und einheimischen Schaulustigen gut gefüllt.

Der Andrang dürfte nun wieder etwas nachlassen. Die Drehtage in Wernigerode sind beendet, die Glaskuben, die auf Marktplatz und Nico als Kulisse dienten, werden abgebaut. „Nächste Casting-Stadt ist Burghausen. Dort geht es nächsten Sonntag mit dem letzten offenen Casting los“, informiert ein RTL-Sprecher.

Wie zufrieden ist der TV-Sender mit den DSDS-Dreharbeiten, die erstmals in Wernigerode stattfanden? „Die Entscheidung hat sich als goldrichtig herausgestellt. Wernigerode ist eine traditionsreiche Stadt im wunderbaren Harz und der Marktplatz ist die ideale Kulisse für unsere Show“, schwärmt der Sprecher. Mitarbeiter der Produktion – beinahe 200 Personen sind nach Wernigerode gereist – lobten die Schönheit der bunten Stadt am Harz, die kurzen Wege sowie die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Harzer. „Die Dreharbeiten liefen hervorragend und die Zuschauer können sich auf viele schöne, spannende Casting-Folgen und vielen hervorragenden Talenten freuen“, betont der Sprecher.

Hochzeitsbilder vor außergewöhnlicher Kulisse

Dass Wernigerode Drehort für die Casting-Show wird, hat selbst die Stadtverwaltung erst kurz zuvor erfahren (die Volksstimme berichtete). Eine Herausforderung, insbesondere für Ordnungsamtschefin Anja Münzberg und ihr Team. „In Wernigerode finden zwar oft Dreharbeiten und Veranstaltungen statt, aber das war noch einmal etwas ganz anderes“, sagt sie. Allein die Dimensionen des Equipments und der Kuben – an deren Aufbau auch regionale Firmen beteiligt waren – sprengten alles zuvor Dagewesene. „Aber die Zusammenarbeit verlief sehr gut, sehr kameradschaftlich. Das ist nicht selbstverständlich“, so Anja Münzberg.

Nicht nur ihre Abteilung musste vor Drehstart einen Telefonmarathon für Absprachen hinlegen, Gleiches galt für die Mitarbeiter des Standesamtes. „Im Rathaus waren für den Zeitraum der Dreharbeiten schon Trautermine vergeben worden“, informiert Stadtsprecherin Kristin Dormann. „Es wurden alle Paare angerufen und informiert.“ Anfangs seien einige von der Vorstellung, dass ein riesiger Glaskasten vor dem Rathaus steht, nicht begeistert gewesen. „Aber letztlich konnten alle überzeugt werden und niemand hat abgesagt. Viele haben sich auf sogar darauf gefreut, Hochzeitsfotos vor einer so einmaligen Kulisse zu bekommen.“

Der Spielmannszug Silstedt überrascht die ?Deutschland sucht den Superstar?-Jury während der Dreharbeiten in Wernigerode.
Der Spielmannszug Silstedt überrascht die ?Deutschland sucht den Superstar?-Jury während der Dreharbeiten in Wernigerode.
Foto: Eva Sobert