Thale l Rund 13 000 Mitglieder in 87 Zweigvereinen – und das seit vielen Jahrzehnten. Mit nüchternen Zahlen unterstreicht Oliver Junk (CDU) seine Aussage, dass der Harzklub im 130. Jahr seines Bestehens nichts an Attraktivität verloren habe. Der Goslarer Oberbürgermeister ist Präsident des Harzklubs, dessen Mitglieder sich länderübergreifend als eine wichtige Basis für den Tourismus erweisen. Denn ohne Wanderwege, Mountainbikestrecken und die Pflege derselben, würden viele Kommunen ihren Besuchern deutlich weniger attraktive Angebote unterbreiten können. Oder sehr viel mehr Geld dafür ausgeben müssen.

Fakten, die Junk nicht müde wird zu betonen während eines Pressegespräches vor der Jahreshauptversammlung des Harzklubs. Die 87 Zweigvereine haben ihre Delegierten nach Thale entsandt, in dessen Klubhaus das Jahrestreffen stattfindet. Neben der Wahl des Vorstandes ist eine neue inhaltliche Schwerpunktsetzung, die die Mitglieder diskutieren wollen. Das rund 10 000 Kilometer lange Wegenetz soll unter die Lupe genommen werden. „Es gibt Wege, die wir aufgebaut haben und pflegen, aber die anscheinend niemanden interessieren. Anderseits gibt es von seiten der Kommunen und Tourismusgesellschaften Anfragen an uns, ob wir nicht bestimmte Aussichtspunkte neu einbinden könnten in das Wanderwegenetz. Diese Wegestruktur zu optimieren, muss in den nächsten Jahren unser Ziel sein“, sagte Junk.

Zweigvereine tragen Verantwortung

Was nicht genutzt wird, sollte zurückgebaut werden, dafür müssten andere Wegstrecken aufgewertet werden. „Das liegt in der Verantwortung der jeweiligen Zweigvereine, die ja vor Ort am besten Bescheid wissen.“ Um langfristig das Wegenetz unterhalten zu können, reiche ehrenamtlicher Einsatz allein aber nicht aus. „Wir haben gemeinsam mit den Landkreisen des Harzes einen Projektantrag an das Land Sachsen-Anhalt gestellt, in Niedersachsen ziehen wir demnächst nach“, sagte Junk.

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Ziel des Harzklubs sei es, nicht nur mit Gruppen- oder geführten Wanderungen Menschen für die Natur und für ein Engagement im Harzklub zu interessieren. „Gerade junge Familien mit kleinen Kindern können mit Tagestouren wenig anfangen. Aber sie sind jedes Wochenende im Harz, erleben die tolle Natur.“ Mit einem guten Wegenetz, attraktiven Angeboten wie Rabatten über die Mitgliedskarte des Deutschen Wanderverbandes bei Reiseveranstaltern, Gastgebern und anderen sollte das gelingen, gab sich Junk optimistisch. Man wolle in den kommenden Monaten weitere Anbieter ins Rabatt-Boot holen.

Die saubere Luft, das saubere Wasser – damit könne der Harz besonders punkten. Die Natur sei die Ressource des 21. Jahrhunderts, diesen Standortvorteil gelte es besser zu nutzen, so Junk. Wichtig sei, die Menschen für den Schutz dieser Ressource zu sensibilisieren, am besten schon im Jugendalter. Schulwanderungen gehören deshalb ebenso zum festen Programm des Harzklubs wie die 2000 geführten Wanderungen im Jahr, Freizeiten in der Natur, Moutainbike-Touren und Geocaching.